Musikrundschau: Hazlewood-Adepten

13. September 2007, 19:39
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Neue Alben von Blanche und Richard Hawley

BLANCHE
Little Amber Bottles
(V2/Universal)
Dan Miller spielte in seiner Jugend gemeinsam mit Jack White von den White Stripes in diversen Garagenrock-Bands und wandte sich dann der Americana-Musik zu. Auf Whites Einladung begleitete er mit seiner Band Country-Königin Loretta Lynn auf deren schönem Alterswerk Van Lear Rose, spielte im Johnny-Cash-Bio-Pic Walk The Line mit und versucht sich nun gemeinsam mit seiner Frau Tracee Mae und vier Begleitmusikern (unter anderem Jack Lawrence von den Raconteurs am Banjo) an einer countrylastigen Neubelebung von Duetten im Stile Lee Hazlewoods und Nancy Sinatras. Allerdings wird mit Grabesstimme nicht nur tief im Genre-Urschlamm gewühlt und mit Banjo, Hawaiigitarre oder Fidel der Redneck beschworen. Es schleichen sich auch verstörende Surf- und Twang-Gitarren ein, die mit der Düsternis von Nick Cave oder den Tindersticks kombiniert werden. <>

RICHARD HAWLEY
Lady's Bridge
(EMI)
Das zweite Album des 39-jährigen Songwriters aus Sheffield, auf dem er seine Heimatstadt mit den stilistischen Mitteln der 50er- und 60er-Jahre nostalgisch verklärt. Zwischen Roy-Orbison-Bombast, sanftem Rockabilly-Rumpeln und Songs aus der Lee-Hazlewood- und Johny-Cash-Schule könnte man Hawley als proletarische und weniger dramatische Ausgabe von Morrissey bezeichnen. Platz eins in seiner Heimat! (schach / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7.9.2007)

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