Fiktiver US-Präsidentschaftskandidat wirbt für Softwarefirma

4. September 2007, 10:17
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Provokative Kampagne soll Aufmerksamkeit erregen - Slogan "The technology to be president"

Während sämtliche US-Präsidentschaftskandidaten das Internet bereits als zusätzliche Plattform für Wahlwerbung entdeckt haben, taucht nun ein fiktiver Bewerber auf, der ausschließlich im Internet präsent ist: Ray Hopewood ist ein erfundener Politiker, der im Mittelpunkt einer groß angelegten Werbeaktion des US-Softwareherstellers BigFix steht. Die humorvolle Kampagne steht unter dem Slogan "The technology to be president" und wird von der auf virales Marketing spezialisierten Agentur Rassak http://www.rassak.com durchgeführt. Die Kampagne sei augenscheinlich nur ein Scherz, solle die Menschen allerdings kurzzeitig verwirren und neugierig machen, so Barak Kassar, Präsident von Rassak.

Persiflage und virales Marketing

"Das ist eine Persiflage, die für mich eher unter den Begriff Viral Advertising fällt. Solche Aktionen werden durchgeführt, um in die Presse zu kommen", so "Amos" von der Agentur VM-People im Gespräch mit pressetext. "Das ist Werbung zum Selbstzweck beziehungsweise Provokation der Provokation wegen und steht kaum in Verbindung zum eigentlichen Unternehmen." Im Gegensatz dazu sei virales Marketing längerfristig angelegt und versuche den Redewert eines Produkts zu erkennen und zu fördern. "Dabei ist es sinnvoll, die Grenzen des guten Geschmacks nicht zu überschreiten", empfiehlt Amos. "Wenn man versucht besonders mutig und laut zu sein, um Aufmerksamkeit zu erregen, kann das nach hinten losgehen und zu Imageverlusten führen."

Im Auftrag der Firma BigFix präsentiert sich die fiktive Figur Ray Hopewood, ein schmieriger Milliardär, der sein Vermögen mit einem Softwareunternehmen gemacht hat, mit eigener Website, Blog und Profilen auf MySpace und Facebook. Zusätzlich gibt es bereits Fanartikel wie T-Shirts oder Unterwäsche zu kaufen. Zum Vorteil von BigFix soll der erfundene Kandidat durch seine überhebliche und ignorante Art die großen Softwarefirmen darstellen, die den Markt dominieren. "Wir sind ein kleines Unternehmen und unsere Mitbewerber beherrschen aufgrund ihrer Finanzstärke die traditionellen Medien", erklärt David Appelbaum von BigFix die Entscheidung für die ungewöhnliche Werbeaktion.

400.000 zusätzliche Besucher

Bereits vergangenen Herbst hatte das Unternehmen Erfolg mit einer viralen Marketingkampagne. Damals sollte das Vertrauen der Konsumenten in die Sicherheits-Software von BigFix gestärkt werden. Insgesamt konnten etwa 400.000 zusätzliche Besucher auf die Website des Unternehmens gelockt werden. Die aktuelle Kampagne soll vom frühzeitigen Interesse für die Präsidentschaftswahl 2008 profitieren. Im Laufe der Aktion wird dabei auch auf reale Ereignisse, wie Aussagen seiner echten Mitbewerber, Bezug genommen. Außerdem gibt es bereits Pläne für reale Öffentlichkeitsauftritte und Pressekonferenzen des erfunden Kandidaten.(pte)

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BigFix

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    Die fiktive Figur Ray Hopewood wird von Greg Wrangler dargestellt.

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