Falscher Rabbi: Prozess

26. August 2007, 19:21
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Betrugsverfahren wegen Saalmiete

Wien - Die Geschichte des 35-jährigen "Rabbiners von Köpenik", Moishe-Arye Friedmann, wäre zum Schmunzeln, hätte er sich nicht mit abstrusen Thesen der Holocaustleugner-Konferenz in Teheran zur Verfügung gestellt. Und hätte er nicht Schulden hinterlassen, wo immer er auftrat.

Am 20. August wurde der Konkursantrag des Österreichischen Anwaltsvereines gegen den sattsam bekannten, aber falschen, Rabbiner rechtskräftig abgewiesen, weil die Kosten für das Verfahren nicht aufzutreiben waren. Am 24. September wird nun betreffs des Verdachtes auf Betrug und schweren Betrug auf Antrag des Wiener Rennvereins als Hausherr des Palais Pallavicini ein neuer Aktendeckel geöffnet.

Gegenstand dieser Verhandlung wird das Bar-Mizwa-Fest für seinen Sohn sein, das im Palais zelebriert wurde. Raimund Fastenbauer, Generalsekretär der Israelitischen Kultusgemeinde: "Da kein Mitglied der Wiener jüdischen Gemeinde bereit war, an der Feier teilzunehmen, wurden uninformierte Gäste aus England und Amerika eingeflogen und Anweisung gegeben, die Hotelrechnung an die ,Jüdische Gemeinde' zu schicken. Ebenso verfuhr er mit der Rechnung für die bis heute nur teilweise bezahlte Saalmiete."

Einzige Ehrengäste waren übrigens der nicht minder skurrile ehemalige FPÖ-Bundesrat John Gudenus und Ex-Volksanwalt Ewald Stadler gewesen. Weitere Anklagen sollten folgen. Friedmanns Wohnungsvermieterin fehlen bislang 39.000 Euro, Zahlungen für ein Bethaus stehen aus und darüber hinaus 20.000 Euro Schulgeld für Friedmanns Töchter. (efm, DER STANDARD - Printausgabe, 24. August 2007)

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