Deutschland will an die Forschungsspitze der Welt

21. August 2007, 13:46
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Regierung in Berlin legt Strategien für die kommenden Jahre vor, dabei werden vor allem neue Schwerpunkte gesetzt

Berlin - Die deutsche Bundesregierung plant bis zum Jahr 2010 in der Forschung den weltweiten Spitzeplatz zu belegen. Für Projekte in den Bereichen Klima und Energie sowie auf dem medizinischen Sektor solle mehrere Milliarden an Investitionen bereit gestellt werden.

Der forschungspolitische Teil der "Nationalen Qualifizierungsoffensive", die das Bundeskabinett Ende dieser Woche auf der Klausur in Meseberg beschließen will, sieht vor, ein Netz von "Leuchtturm-Projekten" und High-Tech- Strategien zu entwickeln.

"Deutschland ist stark, andere Staaten aber holen auf", heißt es in dem unter Federführung von Bundesforschungsministerin Annette Schavan erstellten Strategie-Papier. Weltweit wachse die Konkurrenz. China wolle bis 2020 das deutsche Forschungsniveau erreichen. Staaten wie Finnland oder Südkorea, aber auch Österreich hätten "den engen Zusammenhang zwischen Forschungsinvestition und Produktivitätszuwachs erkannt" und steigerten ihre Ausgaben erheblich. "Die Innovationsdynamik weltweit wächst rasant. Mit diesem Tempo müssen wir mithalten."

"Leuchtturm-Projekte"

Entwickelt wird ein Netz von "Leuchtturm-Projekten" und High-Tech- Strategien in der Forschung. Zwei Drittel der deutschen Unternehmen gründeten bereits heute ihren Erfolg auf Innovationen, heißt es in der Schavan-Vorlage. Als Beispiel für neue Vorhaben wird unter anderem die Entwicklung einer biegsamen Solarzelle aus organischem Material genannt, die sich zur Stromerzeugung an mobile Geräte oder auf Fenster kleben lässt.

"Apotheke der Welt"

Durch ein spezielles Durchleuchtungssystem von lebenden Zellen soll Krebs im frühesten Stadium erkannt werden können. Neue Techniken sollen Demenz- und Parkinson-Kranken sowie ihren Angehörigen das Leben erleichtern. Durch die Pharma-Forschungs- Initiative soll Deutschland wieder "zur Apotheke der Welt werden".

Offen bleibt, ob die Bundesrepublik insgesamt das sogenannte Lissabon-Ziel der EU-Staats- und Regierungschefs erreicht, bis 2010 drei Prozent seines Brutto-Inlandprodukts (BIP) für Forschung und Entwicklung auszugeben. Dafür müssten die Gesamtaufwendungen von Bund, Ländern und Wirtschaft von 55,7 Milliarden Euro (2005) auf etwa 79 Milliarden Euro im Jahr gesteigert werden. Derzeit liege man bei einem BIP-Anteil von 2,5 Prozent - immer noch über dem Durchschnitt der EU-Staaten von 1,74 Prozent. (APA/Red)

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