"Big Brother" in Zug und Gemeindebau

26. August 2007, 14:22
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Der Datenschutzkommission liegen 400 Anträge auf Videoüberwachung vor

Noch sind nur die Kameras in den Zügen auf der Pilotstrecke, der Wiener Schnellbahnlinie 45, scharf geschaltet. Ab Herbst jedoch wird im Zug-Nahverkehr österreichweit gefilmt. 1000 Kameras werden die Bahnpassagiere ins Visier nehmen. 48 Stunden lang wird gespeichert, dann werden die Daten gelöscht - vollautomatisch.

Die Kameras gehören zur Grundausstattung jedes "Talent"-Nahverkehrszuges. Auf der Pilotstrecke gebe es "positive Resonanz" von Fahrgästen und Personal, heißt es bei den ÖBB. Die Überwachung soll Kleinkriminalität verhindern und das Sicherheitsgefühl stärken.

Probeweise Überwachung

Argumente, die man bei den Wiener Linien praktisch deckungsgleich vorbringt. Auch hier wird probeweise überwacht. Noch haben die Wiener Linien nicht die endgültige Lizenz zum Filmen, weil nach einem einjährigen Versuch das Datenmaterial laut Datenschutzkommission noch zu wenig Aufschluss über die Auswirkungen der Videoüberwachung gibt.

Wo in öffentlichen Räumen gefilmt und aufgezeichnet wird, besteht eine Meldepflicht bei der Datenschutzkommission. Rund 400 Anträge auf Genehmigung einer Videoüberwachung etwa für öffentliche Gebäude liegen derzeit vor. Auch Wiener Taxis könnten mit Kameras ausgestattet werden. Aus Wien stammt ein Antrag auf Überwachung in Gemeindebauten - aber nur dort, wo es bereits zu Vandalismus gekommen ist und die Mietermehrheit dafür ist, heißt es. (red/DER STANDARD-Printausgabe, 18./19.8.2007)

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