Waldhausens neuer Wanderweg

    17. August 2007, 17:00
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    Wo der Stein schwingt und der Blick schweift, führt ein runder Weg zu einer Höhle, die einst Heimat für einen Eremiten gewesen sein soll

    Neue Rundwanderwege entstehen im ganzen Land, Waldhausen im südöstlichen Mühlviertel bietet nun eine Route an, die als Ausblickrunde firmiert und ihrer Bezeichnung vollauf gerecht wird. Zwei Punkte ragen besonders hervor: die Falkenmauer und die neue Aussichtswarte beim Heimkehrerkreuz.

    Die aus Felsen bestehende Kuppe der Falkenmauer ist auf einer mit Geländern gesicherten Steiganlage leicht zu „erklimmen“ und bietet eine eindrucksvolle Sicht in das Tal der Kleinen Ysper, zu Burgsteinmauer und Pelletriedel – an dieser Stelle schon als Ausflugstipp beschrieben – sowie über die bewaldeten Höhen hinweg zum Ötscher und zum Dürrenstein. Die Aussichtswarte gewährt herrliche Rundblicke bis zur Alpenkette vom Ötscher zum Toten Gebirge sowie einen sehr schönen Tiefblick auf das idyllische Waldhausen mit der frühbarocken Kirche des ehemaligen Augustiner-Chorherren-Stiftes.

    Daneben gibt es aber noch weitere Attraktionen wie den Schwingenden Stein, auf den ebenfalls ein kurzer Steig mit Leiter führt, den in Bewegung zu versetzen aber nicht immer gelingt. In kurzen Abstechern sind Granitfelsen mit Opferschalen und eine Höhle zu erreichen, in der ein Eremit gehaust haben soll. Bemerkenswert ist auch der mächtige Gesteinsblock des Schafsteins. Die ausreichend beschilderte Runde bietet kaum Schwierigkeiten, lediglich der Anstieg zur Falkenmauer ist steil, aber nicht sehr lang. Allerdings hat man relativ große Distanzen zu bewältigen. Durch mehrere Gegensteigungen summieren sich auch die zu bewältigenden Höhenmeter. Man wandert durch eine sehr abwechslungsreiche und für das südliche Mühl- und Waldviertel typische Landschaft, die zu genießen man sich Zeit nehmen sollte. Die angegebenen Gehzeiten sind nur bei sehr flottem Tempo einzuhalten. Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Runde zu verkürzen und vorzeitig abzubrechen.

    Die Route: Von der Ortsmitte Waldhausen geht es auf dem Klostersteig zur abseits gelegenen Barockkirche und zum Badesee. Entlang dem Sagauerbach gelangt man zum Oberpichler, worauf bald der Anstieg zur Falkenmauer erfolgt. Gehzeit: 2¼ Stunden. Der Schwingende Stein, den man nach einer weiteren Dreiviertelstunde erreicht, ist das nächste Ziel; dort bietet sich der Abstecher zu den Opferschalen an. Eine halbe Stunde dauert es bis zur Einsiedlerhöhle, dann geht es ein kurzes Stück und weiter zum Schafstein und zur Aussichtswarte beim Heimkehrerkreuz. Gehzeit ab der Einsiedlerhöhle: 1½ Stunden. Für den Abstieg nach Waldhausen benötigt man rund eine halbe Stunde. (Bernd Orfer/Der Standard/Printausgabe/18./19.8.2007)

    Gesamtgehzeit: 5½ h, Höhendifferenz: rund 500 m. Kein Stützpunkt auf der ganzen Runde. Plan im Folder „Waldhausener Ausblick“, ohne Maßstab; als Ergänzung: Bundesamtskarte, Blatt 35 (Königswiesen)


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    • Auch im Mühlviertel entstehen Rundwanderwege.
      foto: österreich werbung / trumler

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