"Bank Austria hat kein Ablaufdatum"

16. Oktober 2007, 15:41
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Die BA-CA widerspricht den Aussagen, wonach die größte heimische Bank von der UniCredit abgewertet werde

Wien - Für Erich Hampel bleibt die Eigenständigkeit der Bank Austria Creditanstalt gewahrt, auch wenn das Privatkundengeschäft mittlerweile direkt Mailand unterstellt ist und das Logo einen italienischen Anstrich erhalten soll. Auch an seinem Verbleib als Teilkonzern-Chef in Wien werde nicht gerüttelt: "Wir haben kein Ablaufdatum", meinte Hampel am Freitag vor Journalisten und ergänzte, "mir ist nicht bekannt, dass jemand für mich eine Wohnung in Mailand sucht".

Dass der BA-CA-General künftig nicht mehr an UniCredit-Chef Alessandro Profumo, sondern an einen Stellvertreter berichtet, sieht Hampel nicht als Abwertung. Vielmehr seien in dieser Organisationsstruktur "schnellere Entscheidungen" möglich. Verabschiedet hat sich indes BA-CA-Finanzvorstand Johann Strobl, der durch Carlo Vivaldi ersetzt wird - einem weiteren Italiener in Wien. Auch die geplante Adaptierung des Logos der Bank verteidigt Hampel als "optische Anpassungen", ein Verschwinden der Marke Bank Austria Creditanstalt schloss er bei der Präsentation der Halbjahreszahlen aus.

Die Ertragslage des Österreich- und Osteuropa-Ablegers der UniCredit hat sich in den ersten sechs Monaten deutlich verbessert, der Überschuss kletterte - auf vergleichbarer Basis nach dem Konzernumbau - um 76 Prozent auf 1,2 Mrd. Euro. Im margenschwachen österreichischen Privatkundengeschäft schaffte die BA-CA den Sprung in die Gewinnzone. Am Mitarbeiterabbau im Inland werde dennoch festgehalten, wobei Hampel aber keine Angaben über die Zahl der Betroffenen machte. Die gute Ertragsentwicklung zeige, wie sehr sich die Zusammenarbeit mit UniCredit auszahle. Das Wachstum in Österreich und Osteuropa gehe weiter, zuletzt wurden Banken in der Ukraine und in Kasachstan erworben, betonte der Bank-Chef.

Ebenfalls gut unterwegs ist UniCredit, die den Gewinn im zweiten Quartal um sieben Prozent steigerte. BA-CA-Schwester HVB verdoppelte den Nettogewinn. (as, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4./5.8.2007)

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