Weniger Getreide, aber von guter Qualität

20. September 2007, 12:56
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Heurige Ernte fällt mit nur 2,6 Millionen Tonnen sehr gering aus - Braugerste-Mangel: Bier noch nicht teurer

Wien - Nur 2,6 Millionen Tonnen macht laut Agrarmarkt Austria die heurige Getreideernte aus. Das ist zwar nicht so wenig wie aufgrund der extremen Wetterverhältnisse befürchtet, aber ein nur durchschnittliches Ergebnis. Allerdings wird diese Ernte von der hohen Qualität wettgemacht, die heuer erzielt werden konnte, sagte Franz Stefan Hautzinger, Vorsitzender des Fachbeirats für Getreide.

Unterdurchschnittlich, was Ergebnis und Qualität betrifft, fiel allerdings die Ernte für die Bierherstellung notwendige Braugerste aus. Trockenheit und Hitze im April hätten der Kulturart sehr zu schaffen gemacht. Als Folge sei der durchschnittliche Hektarertrag gegenüber dem Vorjahr um 26,8 Prozent zurückgegangen. Trotzdem schließt Markus Liebl, Generaldirektor der größten heimischen Braukonzerns Brau Union, im Gespräch mit dem Standard eine Erhöhung der Bierpreise derzeit aus, weil noch genug Braugerste lagernd sei.

Was den europäischen Getreidemarkt betrifft, hätten sich im letzten Jahr die Rahmenbedingungen total geändert, führte Christian Gessl von der Agrarmarkt Austria aus: "Der Getreidemarkt hat sich vom Angebots- zum Nachfragemarkt entwickelt". Die Gründe dafür - der Standard berichtete - waren nicht nur witterungsbedingte Ernteeinbußen. Gleichzeitig entstand durch die Ausweitung der Biosprit-Produktion ein Nachfragesog bei Futtergetreide und höhere Nachfrage auf den Weltmärkten. Die Getreidelager der EU, genannt Interventionsendbestände, sind auf einem historisch niedrigen Niveau (siehe Grafik). An dieser Situation werde sich so schnell nichts ändern: Auch der große EU-Produzent Ungarn wird heuer eine kleinere Ernte einfahren. (syk, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4./5.8.2007)

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    grafik: standard
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