Lächeln ist erste Helfer-Pflicht

23. Jänner 2008, 16:36
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Mindestens 18, sprachlich gewandt, gerne freundlich und im Sommer 2008 noch nichts vor? Melden Sie sich bei Herrn Platini!

Linz – Lächeln, immer lächeln. Das garantiert ein erfolgreiches Volontariat bei der EURO 2008. Schließlich ist man als Freiwilliger ja auch das „Gesicht des Turniers“. So sieht es zumindest UEFA-Präsident Michel Platini. Am Freitag erfolgte in Zürich und Linz in Anwesenheit von Monsieur le Président der Anpfiff zur Rekrutierung der Volunteers.

Gesucht werden ab sofort via www.euro2008.com genau 5000 Lächler. Voraussetzungen sind ein Mindestalter von 18 Jahren und gute Englisch-Kenntnisse. Die erste Bewerbungsphase läuft bis Mitte November, dann folgen in einer zweiten Phase persönliche Vorstellungsinterviews. „Es ist unumstritten ein einmaliges Erlebnis, beim größten Sportevent, das je in Österreich stattgefunden hat, aktiv dabei zu sein. Wir sind überzeugt, dass sich sehr viele Menschen diese einmalige Chance nicht entgehen lassen werden“, erklärte Platini in Linz. Womit er recht behalten dürfte. Bereits jetzt liegen 10.000 Anmeldungen vor.

Von den gesamt 5000 Helfern sollen 2008 je 1000 in den beiden Hauptaustragungsorten Wien und Basel und je 500 in den anderen sechs Städten die rund 350 Vollzeitbeschäftigten in 14 Aufgabenbereichen unterstützen. „Die Volunteers sind die wichtigsten Leute, weil sonst könnten wir so ein Turnier nicht organisieren“, sagte Platini. Die Wichtigkeit der freundlichen Freiwilligkeit sieht auch Andreas Herzog: „Das muss sein. Wenn der Erste, auf den ein Fremder trifft, gleich muffig ist, fällt das auf das Land zurück.“ Geld gibt es für den EURO-Hilfseinsatz keines. UEFA-Kommunikationschef William Gaillard: „Dafür gibt es Erfahrung, aber auch etwas zu essen, ein Zimmer und das Outfit dürfen sie behalten.“

Die EURO 2008 sieht Platini auf Kurs: „Wir haben nicht viele Probleme. Es läuft gut“. ÖFB-Präsident Friedrich Stickler dankte es mit mildem Lächeln. Zukunftsfragen des Fußballs, etwa eine Regulierung der Geldmittel oder Maßnahmen gegen Gewalt, will der seit rund einem halben Jahr amtierende UEFA-Präsident künftig in eigenen Strategie-Gruppen behandeln.

Love-Story

Der 52-jährige Franzose stattete der oberösterreichischen Landeshauptstadt übrigens nicht den ersten Besuch ab. Die „Love-Story“ (Platini) begann in den 70er-Jahren. Damals kickte der einstige Weltstar mit der französischen Amateur-Mannschaft gegen eine österreichische Auswahl in Linz. Und das Ergebnis? „Ich kann mich nur mehr ganz dunkel daran erinnern, aber es sah, glaub ich, eher schlecht für euch aus. 2:0, wenn mich nicht alles täuscht.“ (Markus Rohrhofer - DER STANDARD PRINTAUSGABE 28.7. 2007)

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