Überschwemmungen in England: Kein Ende des Regens in Sicht

27. Juli 2007, 17:14
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Behörden warnen vor Krankheiten: Leute müssen begreifen, dass das Abwässer sind, in denen sie herumlaufen

London - Die schweren Überschwemmungen in England nehmen kein Ende. Meteorologen rechnen weiter mit schweren Regenfällen. Die heftigsten Niederschläge werden in Devon, Cornwall, Somerset und Dorset erwartet. Das Umweltministerium gab fünf schwere Hochwasserwarnungen heraus: Zwei für den Severn nahe Gloucester und Tewkesbury und drei für die Themse. Die diesjährigen Monate Mai, Juni und Juli sind die regtenreichsten Monate seit Beginn der Aufzeichnungen in Großbritannien im Jahr 1766.

In der Grafschaft Gloucester kamen zwei Menschen beim Versuch ums Leben, Wasser aus einem Rugby-Club zu pumpen. Sie benutzten mangels Strom eine mit Benzin betriebene Pumpe und erstickten an den Abgasen. Die Meteorologen rechneten derweil mit weiteren schweren Regenfällen.

Krankheiten durch Wasser

Die Behörden warnen vor Krankheiten die durch das Wasser übertragen werden können: Vor allem für kleine Kinder und ältere Menschen bestehen Risiken durch Coli-Bakterien und Salmonellen. Die Hochwasseropfer sollten strikt auf Hygiene achten. Der Hochwasser-Experte Ian Cluckie erklärte: "Die Leute müssen begreifen, dass das Abwässer sind, in denen sie herumlaufen."

Die Feuerwehr warnt, bei der Beseitigung von Hochwasserschäden die eigene Sicherheit nicht zu vernachlässigen. Bereits am Dienstag war die Leiche eines Mannes aus dem Fluss Great Ouse geborgen worden. Eine Frau verlor ihre zu früh geborenen Zwillinge, weil sie wegen des Hochwassers nicht rechtzeitig ins Krankenhaus gebracht werden konnte. Von einem am Wochenende vermissten 19-Jährigen in Tewkesbury fehlte weiterhin jede Spur.

Weiterhin Oerte ohne Wasser

In Gloucestershire ist seit Donnerstag die Wasserversorgung für 10.000 Haushalte wieder hergestellt, allerdings wurden die Einwohner aufgefordert, das Wasser nicht zu trinken und nicht einmal zum Zähneputzen zu verwenden. 140.000 Haushalte in den Städten Gloucester, Tewkesbury und Cheltenham haben noch immer kein fließendes Wasser, die Versorgung durch Tankwagen reicht bei weitem nicht aus. Die vierfache Mutter Jean Goddard erklärte, sie habe nirgendwo Trinkwasser bekommen können. "Wenn man ein geringes Einkommen hat oder eine allein erziehende Mutter ist, kann man nicht Mineralwasser im Supermarkt kaufen", klagte die Frau.

Das Finanzministerium kündigte unterdessen Nachsicht an, bei Fristen wegen Steuern, die wegen der Überschwemmungen nicht eingehalten werden können. Die Menschen sollten sich "in dieser schweren Zeit" deswegen keine Gedanken machen, erklärte Finanzministerin Jane Kennedy. (APA)

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