Taliban-"Militärchef" ruft zur Entführung von Ausländern auf

26. Juli 2007, 19:26
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"Geiselnahmen sind erfolgreiche Politik" - "Wollen Kinder dazu nutzen, Ungläubige zu enthaupten"

Kabul - Der neue "Militärchef" der radikal-islamischen Taliban hat zur Entführung von Ausländern aller Nationen in Afghanistan aufgerufen. "Natürlich sind Geiselnahmen eine sehr erfolgreiche Politik", sagte Mansur Dadullah dem Fernsehkanal Channel 4 nach einer Übersetzung des britischen Senders. "Ich befehle all meinen Mujaheddin, Ausländer jeglicher Nationalität zu entführen, wo immer sie sie finden mögen." Ziel sei die Freipressung gefangener Taliban-Kämpfer aus afghanischer Haft. Das Interview wurde laut Channel 4 in diesem Monat an einem unbekannten Ort aufgezeichnet.

Mansur Dadullah war im März im Austausch gegen den in Afghanistan verschleppten italienischen Journalisten Daniele Mastrogiacomo aus dem Gefängnis entlassen worden. Er folge seinem Bruder Mullah Dadullah als "Militärchef" der Rebellen nach. Der für seine Brutalität bekannte Mullah Dadullah war bei Kämpfen im Mai getötet worden. Mansur Dadullah sagte, Al-Kaida-Chef Osama bin Laden habe ihm einen Brief geschrieben, in dem er sein Mitgefühl über den Tod Mullah Dadullahs ausgedrückt habe.

Channel 4 zeigte in dem Beitrag einen sechs Jahre alten Buben, der von den Taliban nach Angaben des Senders zum Selbstmordattentäter ausgebildet werden sollte. "Ja, wir wollen Kindern eine militärische Ausbildung geben", sagte Mansur Dadullah. Sie müssten auf den Kampf gegen "Invasoren und Ungläubige" vorbereitet werden. "Wir wollen Kinder dazu nutzen, Ungläubige und Spione zu enthaupten, damit sie tapfer werden."

Der Taliban-Anführer sagte weiter, das Hauptziel des Heiligen Kriegs sei der Kampf gegen Ungläubige und die Verbreitung des Islam auf der ganzen Welt. Der Iran statte die Taliban nicht mit Waffen aus. Entsprechende Vermutungen hatten die USA verbreitet.´(APA/dpa)

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