Indien: Erste Frau als Präsidentin

25. Juli 2007, 13:58
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Trotz Kritik große Mehrheit für Pratibha Patil - Politikerin setzte sich erwartungsgemäß durch

Neu-Delhi - Als erste Frau in Indien ist Pratibha Patil in das höchstes Staatsamt gewählt worden. Die 72-jährige Gouverneurin des Bundesstaats Rajastan erhielt am Wochenende 66 Prozent der Stimmen des Wahlgremiums von Parlament und Bundesstaaten. Damit setzte sich die Kandidatin der Regierung erwartungsgemäß gegen Vizepräsident Bhairon Singh Shekhawat durch.

Die Vorsitzende der regierenden Kongresspartei, Sonia Gandhi, begrüßte die Wahl. "Im 60. Jahr unserer Unabhängigkeit haben wir zum ersten Mal eine Frau als Präsident", sagte sie. Im Rennen um das weitgehend repräsentative Staatsamt hatte Patil gegen Berichte über Verstrickungen in Skandale um ihren Mann und ihren Bruder zu kämpfen. Premierminister Manmohan Singh wertete das Wahlergebnis als Votum gegen die "Politik der Entzweiung" und spielte damit auf die erbitterte Kampagne der oppositionellen hinduistischen Nationalisten gegen Patil an.

Im Wahlkampf gab es heftige persönliche Angriffe auf Patil. So konnte sich das Parlament auch nicht - wie sonst üblich - auf einen Kompromisskandidaten bzw. eine Kompromisskandidatin für das höchste Staatsamt einigen, was dann eine Kampfabstimmung zur Folge hatte. Kritiker warfen Patil vor, weder das nötige Format noch die Erfahrung für das weitgehend repräsentative Präsidentenamt zu haben. Sie habe ihre Nominierung nur ihrer Nähe zur mächtigen Gandhi-Familie und insbesondere zur Chefin der Kongresspartei, Sonia Gandhi, zu verdanken. (AFP, dpa, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23. Juli 2007)

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