Gludovatz nimmt Spieler in die Pflicht

24. Juli 2007, 18:10
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WM-Kicker sollen sich bei ihren Klubs durchkämpfen und nicht auf WM-Bonus hoffen

Toronto - Nach den Erfolgen des österreichischen Fußball-U20-Teams bei der WM in Kanada landen die Spieler am Dienstag wieder in Österreich und damit auf dem harten Boden der Realität. In Sebastian Prödl (Sturm Graz) und Zlatko Junuzovic (Austria Kärnten) haben nur zwei Kicker aus dem 21-köpfigen Kader einen Fixplatz in der Bundesliga, der Rest muss um sein Stammleiberl nicht nur in der höchsten Spielklasse, sondern teilweise auch in unteren Ligen kämpfen.

Einen WM-Bonus dürfen Hoffer und Co. laut Teamchef Gludovatz nicht erwarten. "Jetzt werden die Karten völlig neu gemischt. Die anderen haben sich seit Wochen gemeinsam mit der Mannschaft auf die neue Saison vorbereitet, die WM-Spieler hingegen müssen sich erst integrieren. Ich kann nicht einen, und wenn er bei der WM noch so schön ausgeschaut hat, sofort in die Mannschaft einbauen, integrieren, wenn er praktisch die gesamte Vorbereitung versäumt hat. Da würde ich als Club-Trainer auch nicht anders handeln", betonte der 61-Jährige.

Kritik an der Red Zac-Liga

Dass einige WM-Helden aufgrund des öffentlichen Drucks in die Kampfmannschaft rutschen, würde sich der Teamchef nicht wünschen. "Das wäre das Schlechteste, ungefähr das Gleiche wie in der Red Zac Liga, wo vier Junge auf dem Blankett stehen müssen, von denen zwei nicht einmal gaberln können."

Die Kicker seien nun gefordert, bei ihren jeweiligen Vereinen noch härter an sich zu arbeiten. "Warum sollte es für sie einen Freibrief geben? Sie müssen sich jetzt mit breiter Brust neu beweisen. Aber wenn sie daherkommen und sagen, 'hier kommt der bronzene oder blecherne Weltmeister', dann wird das nichts."

Spieler in die Pflicht nehmen

Aus diesem Grund will der 61-Jährige seinen Schützlingen ins Gewissen reden. "Ich werde die Burschen bei der letzten Besprechung in die Pflicht nehmen. Sie haben ein großartiges Turnier gespielt, aber jetzt müssen sie von vorn anfangen."

Bevor der Kampf um ein Stammleiberl startet, sollten die Kicker allerdings noch einige Tage verschnaufen können, forderte der Burgenländer. "Von uns wird es Signale an die Clubs geben, damit die Spieler eine Woche absolute Ruhe bekommen", meinte der Coach und hofft diesbezüglich auf das Entgegenkommen der Vereine. "Wenn ein junger Spieler sieben Spiele in 20 Tagen macht, muss irgendwann ein Hänger kommen."(APA)

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