Medizinisches Gutachten wirft Marco Vergewaltigung vor

26. Juli 2007, 20:11
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Spermaspuren deuten Vergewaltigung hin - Bisher wurde dem deutschen 17-Jährigen sexueller Missbrauch vorgeworfen - Anwalt dementiert

Istanbul - Der in der Türkei inhaftierte deutsche Schüler Marco muss sich in seinem Gerichtsverfahren in Antalya einem Zeitungsbericht zufolge auf den Strafvorwurf der Vergewaltigung gefasst machen. Ein medizinisches Gutachten habe Hinweise darauf erbracht, dass Marco das 13-jährige britische Mädchen Charlotte vergewaltigt habe, berichtete die Zeitung "Sabah" am Freitag. Das Gutachten solle beim nächsten Gerichtstermin am 8. August dem Richter vorgelegt werden.

Marcos Anwalt dementierte am Freitag den Wahrheitsgehalt des Zeitungsberichts.

Ärzte fanden Spuren

Marco W. war Mitte April in Antalya nach einer Strafanzeige von Charlottes Mutter verhaftet worden. Der 17-Jährige hat sexuelle Kontakte zu dem Mädchen zugegeben, zugleich aber betont, dass es nicht zum Geschlechtsverkehr gekommen sei. Laut "Sabah" kamen die Ärzte in einem örtlichen Krankenhaus, die Charlotte untersuchten, aber zu einem anderen Ergebnis. Spermaspuren im inneren Vaginalbereich des Mädchens wiesen darauf hin, dass Geschlechtsverkehr zwischen den beiden stattgefunden habe, berichtete das Blatt.

Anwalt: "Gutachten gibt es nicht"

Marcos Anwalt hat Berichte über eine drohende Anklage des Uelzener Schülers wegen Vergewaltigung zurückgewiesen. "Ein medizinisches Gutachten, wonach Marco die 13-Jährige vergewaltigt haben soll, gibt es nicht", sagte Anwalt Jürgen Schmidt am Freitag in Uelzen. Wie Schmidt sagte, wisse auch das türkische Gericht nicht, wie die Zeitung zu dieser Annahme komme.

Anfang Juli hatte der Richter im Fall Marco von "schwerwiegenden" Verdachtsmomenten gegen den Angeklagten gesprochen und deshalb eine Entlassung des deutschen Teenagers aus der Untersuchungshaft abgelehnt. Das türkische Strafgesetzbuch sieht bei Vergewaltigung von Kindern eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren vor. Da Marco selbst noch minderjährig ist, würde bei ihm eine Höchststrafe von zehn Jahren in Frage kommen. (APA/AFP)

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