"Siesta habe ich keine gemacht"

29. Juli 2007, 17:00
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Im Interview erzählt Klaudia Z. über ihre Erfahrungen als Operations Manager in einer spanischen Jugendherberge

Über ein Praktikum in Barcelona während ihres Studiums für Tourismusmanagement an der Donau-Uni Krems kam Klaudia Z. zum Job in einer Jugendherberge.

derStandard.at: Können Sie Ihre Tätigkeit kurz beschreiben?
Klaudia Z.: Ich war Operations Manager in einer privaten Jugendherberge. Meine Aufgabe war es Handbücher für die einzelnen Bereiche wie Rezeption oder Bar zu erstellen, die dann für den Aufbau einer Jugendherbergskette eingesetzt wurden. Bei der Eröffnung eines neuen Hauses können die Mitarbeiter so schnell eingeschult werden und alles läuft genauso ab, wie im ersten Guesthouse.

derStandard.at: Wie lange haben Sie dort gearbeitet?
Klaudia Z.: Nach meinem Studium zehn Monate und davor während des Studiums 1,5 Jahre.

derStandard.at: Wie hat der Tagesablauf ausgesehen?
Klaudia Z.: Circa um zehn Uhr war Arbeitsbeginn. Ich habe mir selber einteilen können wie lange ich arbeite, wann ich anfange und wann ich aufhöre zu arbeiten. Der Unterschied zu Österreich ist, dass hier in Spanien ziemlich spät zu arbeiten begonnen wird und zu Mittag Siesta gemacht und die meisten Geschäfte geschlossen sind. Siesta habe ich keine gemacht, weil wir Mittagessen im Haus bekommen haben.

derStandard.at: Wie sind Sie zu diesem Job gekommen?
Klaudia Z.: Bei einem Praktikum in Barcelona vor vier Jahren hab ich den Besitzer des Hauses kennengelernt, der mir dann den Job angeboten hat.

derStandard.at: Was war die größte Herausforderung?
Klaudia Z.: Schwierig war den Leuten zu vermitteln, dass das, was man macht auch sinnvoll ist, dass es gebraucht wird. Zu dem Zeitpunkt als ich dort arbeitete, gab es nur eine Jugendherberge und die Leute, die dort beschäftigt waren, wussten, was sie zu tun hatten und deswegen konnten meine Kollegen nicht wirklich etwas mit meiner Arbeit anfangen. Und ihnen zu erklären, dass man die Handbücher für die Eröffnung der nächsten Hostels braucht und dass sie bei der Erstellung dieser Handbücher mitarbeiten sollen, war oft ganz schön anstrengend.

derStandard.at: Was hat Ihnen an diesem Job gut gefallen?
Klaudia Z.: Ich hatte alle Freiheiten, mein Chef brachte mir sehr viel Vertrauen entgegen und ich konnte eigentlich alle Entscheidungen selbst treffen.

derStandard.at: Gibt es irgendein Erlebnis, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?
Klaudia Z.: Wir haben einen Preis gewonnen. Ich war dabei als das Haus eröffnet wurde und habe bei der Organisation und Koordination mitgearbeitet. Schon nach einem Jahr wurde uns der Preis als beste private Jugendherberge der Welt von der Buchungsseite hostelworld.com. verliehen. Aus über tausend Herbergen haben wir gewonnen, das hat meiner Arbeit Selbstbestätigung gegeben. Wir sind zur Preisverleihung nach Dublin eingeladen worden. Und das war schon ein Erlebnis, dort vor hunderten Leuten gefeiert werden. Das werde ich nie vergessen.

derStandard.at: Würden Sie diesen Job noch einmal machen?
Klaudia Z.: Ich mache jetzt etwas Ähnliches in Österreich, aber die Option besteht, dass ich wieder nach Madrid gehe.

derStandard.at: Welche Qualitäten muss man mitbringen?
Klaudia Z.: Man muss ziemlich organisiert sein damit man nichts vergisst. Man braucht auch Kommunikationsfähigkeiten um den KollegInnen klar zu machen, dass sie die Richtlinien aus den Handbüchern auch tatsächlich umsetzen. Sprachkenntnisse sind auch unbedingt erforderlich.

derStandard.at: Wo verbringen Sie Ihren Urlaub?
Klaudia Z.: Meinen letzten Urlaub verbrachte ich in Australien und ich würde gern wieder dort hinfahren, auf alle Fälle aber mit dem Rucksack, so wie die Gäste, die ins Hostel kommen. (ost, derStandard.at)

  • Der gemütliche Innenhof des Cat's Hostels
    foto: cat's hostel

    Der gemütliche Innenhof des Cat's Hostels

  • Bei der Preisverleihung in Dublin

    Bei der Preisverleihung in Dublin

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