ABN Asset Allocation-Zertifikat: Solide zubereiteter Amsterdamer Eintopf

18. Juli 2007, 05:00
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ABN Amro bietet seinen Anlegern jetzt die Möglichkeit, mit nur einem Zertifikat in ein ganzes Portfolio zu investieren - von Christian Scheid

Man nehme ein großes Stück Renten, garniere es mit allerlei Aktien, gebe eine Prise „Emerging Markets“ hinzu und serviere das Ganze mit einer dezent portionierten Beilage aus Rohstoffen, Währungen und Immobilien. Voila und fertig ist der Zertifikate-Eintopf aus der Emittenten-Küche von ABN Amro. Das Asset Allocation Endlos-Zertifikat verfolgt eine klassische Portfolio-Strategie (ISIN DE 000 AA0 JAT 8). Ziel ist es, alle Anlageklassen unter dem Gesichtspunkt einer ausgewogenen Diversifikation in einem Produkt zu vereinen. Die Bestandteile – es handelt sich um 13 verschiedene Fonds und Zertifikate – kommen alle von ABN Amro selbst. 57 Prozent der Asset Allocation sind für sichere Anlagen wie Anleihen und Festgelder reserviert. Davon wiederum ist der „ABN AMRO Interest Growth (EUR) Fonds“ mit einem Anteil von 30 Prozent der größte Brocken im Portfolio. Der geldmarktnahe Fonds investiert vorwiegend in verzinsliche Wertpapiere mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von unter zwölf Monaten.

Für die „Abteilung Attacke“ sind vor allem die Aktienkomponenten des Zertifikats verantwortlich. Größtes Einzelmitglied ist hier der auf asiatische „Blue Chips“ spezialisierte „ABN AMRO Asia Pacific High Dividend Equity Fonds“, der mit einem Gewicht zehn Prozent zu Buche schlägt. Es folgt das EURO STOXX Enlarged Selected Dividends-Zertifikat (Gewicht 5,5 Prozent), das sich auf europäische Substanzwerte konzentriert. Schwellenland-Aktien werden durch das „BRIC 11 Open end“-Zertifikat (Gewicht: 2,5 Prozent) repräsentiert. Abgerundet wird das Portfolio durch diverse Fonds und Zertifikate aus den Anlageklassen Rohstoffe, Immobilien und Währungen sowie durch Spezialthemen wie zum Beispiel „Erneuerbare Energie“.

Man mag darüber streiten, ob die Zusammensetzung des Asset Allocation-Zertifikats sowie die Gewichtung der Komponenten im richtigen Verhältnis stehen. So sind Rohstoffe und Immobilien lediglich jeweils mit 2,5 Prozent im Portfolio vertreten, was unter Diversifikationsaspekten sehr knapp bemessen ist. Ein weiteres Manko ist die starre Konstruktion. Auswechslungen bzw. Neuaufnahmen sind nicht vorgesehen, weshalb nicht unmittelbar auf Marktereignisse reagiert werden kann. Nichtsdestotrotz kommt das Zertifikat in der Rückrechnung (Betrachtungszeitraum: Jänner 1999 bis Mai 2007) auf beachtliche Risiko- und Rendite-Werte: So liegt die Zwölf-Monats-Vola lediglich bei 2,9 Prozent und damit deutlich unter der von zehnjährigen Bundesanleihen. Und auch die in dem Betrachtungszeitraum erzielte jährliche Rendite kann sich mit 7,7 Prozent sehen lassen.

ZJ-Fazit: Das Produkt eignet sich für konservative Investoren, die langfristige Anlageziele (z.B. Altersvorsorge) verfolgen, auch wenn die Struktur den ein oder anderen Mangel erkennen lässt. Was die Gebühren betrifft, hat ABN Amro eine faire Lösung gefunden. Statt doppelt abzukassieren (erstens für das Zertifikat, zweitens für die darin enthaltenen Komponenten) sind sämtliche Kosten mit einer jährlichen Managementgebühr von 1,05 Prozent und einem Spread von bis zu 1,5 Prozent abgegolten.

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