Israel zahlt keine Entschädigung für Tötung von österreichischem Major

17. Juli 2007, 15:33
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Aus "grundsätzlichen Erwägungen" - Lang starb vor einem Jahr bei Beschuss von UNO-Posten im Südlibanon

Wien - Israel zahlt keine Entschädigung für den vor einem Jahr im Südlibanon getöteten Major Hans-Peter Lang. Das berichtet das "Neue Volksblatt" in seiner Samstag-Ausgabe. "Wir haben sie darauf gedrängt, es gab Gespräche auf Außenminister-Ebene, aber sie machen das aus grundsätzlichen Erwägungen nicht", erklärte der Sprecher von Außenministerin Ursula Plassnik, Alexander Schallenberg, gegenüber der Zeitung. Auch die israelische Botschaft in Wien bestätigte demnach, dass nichts gezahlt werde.

Der österreichische Militärbeobachter starb bei israelischem Beschuss des UNO-Stützpunkts Khiam (Khiyam) am 25. Juli 2006 gemeinsam mit drei weiteren Blauhelm-Soldaten. Israel habe die volle Verantwortung für die Bombardierung des UN-Beobachterpostens übernommen und sich für diesen folgenschweren Vorfall in aller Form entschuldigt, erklärte das Außenministerium damals, Ende 2006. Plassnik hatte bei Israel zudem angeregt, eine Geste des guten Willens zu setzen, etwa in Form eines Beitrags zur Ausbildung des minderjährigen Sohns des 44-jährigen Majors aus Güssing im Burgenland.

Langs Sohn werde dennoch unterstützt: Insgesamt wurden an Lang Junior laut "Volksblatt" 109.009 Euro überwiesen, 60.020 Euro von der UNO, der Rest vom Staat Österreich. Dazu kommen eine monatliche Waisenrente nach dem Heeresversorgungsgesetz (490 Euro) und eine Waisenpension der Pensionsversicherung in Höhe von 231,54 Euro. (APA)

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