VP-Tirol preist das Land und sich selbst

18. Juli 2007, 10:19
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Tiroler ÖVP wirbt für Heimaturlaub - und zeigt sich wegen Dinkhauser nervös

Innsbruck - "Wir wollen keinen Wahlkampf mehr als ein Jahr lang, sagt Tirols VP-Geschäftsführer Georg Keuschnigg zur angekündigten Liste des schwarzen AK-Präsidenten und AAB-Exponenten Fritz Dinkhauser für die Landtagswahl 2008. Die ÖVP demonstriert Gelassenheit.

Dennoch startet die Partei eine Aktion mit "300 Großplakaten", die "alle Tirolerinnen und Tiroler" indirekt aufruft, den "Sommer in Tirol" zu verbringen: "Weil's Klima passt". So der Slogan. Mit der "Plakatwelle" will die VP auf "die unzähligen Freizeitmöglichkeiten in Tirol" aufmerksam machen. Und preist das Land und so sich selbst: "Auch allgemein passt das Klima in unserem Land. Wir leben den sozialen Zusammenhalt, und die Wirtschaft ist ausgesprochen erfolgreich", sagt Obmann Herwig van Staa.

Eher vom Klimawandel scheint aber das bürgerliche Lager betroffen, seit Dinkhausers Ankündigung. Zur Gelassenheit, die zunächst van Staa an den Tag legte - "jeder kann kandidieren, ich sehe das unaufgeregt" - hat sich ein internes Rundschreiben der VP-Zentrale gesellt. Den Mitgliedern von Parteivorstand und Landtagsklub wird mitgeteilt, dass van Staa unumstrittener Spitzenkandidat sei, Dinkhauser ein erfolgreicher AK-Präsident und Zurufe über die Medien nicht im Sinne der Partei seien. Keuschnigg nennt es eine "Zusammenfassung der Diskussion", keine Handlungsanleitung: "Das würde sich keiner sagen lassen." Räumt aber ein: Anlass seien "ständige Anfragen" von Funktionären zur Sache Dinkhauser gewesen.

Dieser könnte, wird spekuliert, der VP letztlich nützen, auch wenn sie die absolute Mehrheit verlieren dürfte. Sie hätte neben der SPÖ eine zweite Option für eine Koalition. (bs/DER STANDARD, Printausgabe, 14./15.7.2007)

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