Moskau warnt London vor Ausweisung russischer Diplomaten

16. Juli 2007, 17:15
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Russland fordert London in Litwinenko-Affäre zu Besonnenheit auf

Moskau - Die russische Führung hat Großbritannien vor einer Ausweisung russischer Diplomaten im Zusammenhang mit der Affäre um den Mord an dem russischen Ex-Agenten Alexander Litwinenko gewarnt. "Ich hoffe, dass sich unsere britischen Partner eines Besseren besinnen", sagte ein namentlich nicht genannter Informant in russischen Regierungskreisen am Donnerstag der Agentur Interfax. Sollte London russische Diplomaten ausweisen, werde Moskau "eine Antwort darauf nicht schuldig bleiben". Die britische Presse berichtete über entsprechende Sanktionspläne der Regierung in London.

Litwinenko-Mord als Auslöser

Auslöser für den jüngsten Konflikt ist die Weigerung Russlands, den des Mordes an Litwinenko beschuldigten Ex-Agenten Andrej Lugowoi an Großbritannien auszuliefern. Premierminister Gordon Brown hatte am Dienstag die russische Haltung als "extrem enttäuschend" bezeichnet. Moskau konterte scharf: "Vielleicht will die neue britische Regierung damit Selbstbewusstsein demonstrieren. Aber dafür hat sie nicht die allerbesten Mittel ausgesucht", sagte der Informant in Moskau. Duma-Abgeordnete betonten, die russische Verfassung erlaube es nicht, Staatsbürger auszuliefern.

Lugowoi hat nach Überzeugung der britischen Staatsanwaltschaft im November 2006 in London den früheren russischen Geheimdienstmitarbeiter Litwinenko mit radioaktivem Polonium 210 vergiftet. Der Kreml-Kritiker, der die britische Staatsbürgerschaft hatte, war daran qualvoll gestorben. Die Regierung in Moskau hatte mitgeteilt, wenn überhaupt werde Lugowoi in Russland der Prozess gemacht. Aber bisher unternähmen die russischen Behörden keine ernsthaften Anstrengungen, gegen Lugowoi zu ermitteln, sagte der parteilose Abgeordnete Alexander Lebedew dem Radiosender "Echo Moskwy".(APA/dpa)

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