Second Life-Bevölkerung vom Aussterben bedroht

    23. Juli 2007, 10:20
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    Der Hype flaut ab - Population im Juni bereits rückläufig

    Der Hype um die virtuelle Welt Second Life ist vielleicht schon bald Geschichte. Wie aktuelle Zahlen der Linden Lab belegen, sind die aktiven Nutzerzahlen im Juni bereits wieder um 2,5 Prozent gesunken. Und auch das Wachstum der Population insgesamt erreichte das niedrigste Niveau der vergangenen sechs Monate. Noch ist unklar, ob es sich nur um eine vorübergehende Flaute oder schon um das Ende der Second Life-Hysterie handelt. Allmählich wird jedoch deutlich, dass die virtuelle Welt nicht das halten kann, was sie zunächst versprochen hat bzw. was sich viele Unternehmen erhofft hatten.

    Deutlich weniger Anfragen

    "Wir bemerken, dass die Kundenanfragen nach Second Life deutlich weniger werden. Das liegt wohl auch daran, dass immer mehr Zahlen durchsickern, die zeigen, dass die Population in Second Life sehr viel kleiner ist als viele zunächst angenommen hatten", erläutert Axel Schönau, Managing Director der Web-Marketingagentur Global Media GmbH, im Gespräch mit pressetext. Für viele große Unternehmen sei der Eintritt in die virtuelle Welt daher auch uninteressant. "Ein weiterer Grund für das Abflauen der Euphorie sind auch die vielen negativen Meldungen, die es über Second Life gegeben hat. Wenn beispielsweise von Kinderpornografie die Rede ist, bedeutet das für viele Firmen einfach ein zu großes Risiko", fügt Schönau hinzu.

    Niedrigstes Wachstum

    Auch die Zeitspanne, die im Durchschnitt in Second Life verbracht wird, ist im Juni mit fünf Prozent nur mehr sehr gering angestiegen. Laut Linden Lab ist dies das niedrigste Wachstum seit Dezember 2006. Zumindest die Neuanmeldungen sind aber halbwegs stabil geblieben. Second Life verzeichnete rund 850.000 neue Registrierungen im vergangenen Monat und zählt jetzt 5,2 Mio. Unique-User. Linden Lab plant aber offenbar 700.000 Accounts zu löschen, die zwar angemeldet, aber eigentlich nie aktiv genutzt wurden.

    Weniger Projekt und weniger Geld

    Auch die Second Life-Entwickler arbeiten mittlerweile an weniger Projekten und nehmen weniger Geld ein als noch im Februar dieses Jahres, wie Linden Lab-Untersuchungen bestätigen. "Vor sechs Monaten konnten wir noch weitaus mehr Nachfragen nach Second Life seitens der Unternehmen registrieren. Jetzt ist zwar das Interesse an Web 2.0 im Allgemeinen immer noch groß, spezielle Anfragen zu Second Life sind aber extrem zurückgegangen", bestätigt Schönau den Abwärtstrend gegenüber pressetext. In den vergangenen drei Monaten sei kein einziges Unternehmen aus der Global Media-Gruppe mehr neu in die virtuelle Welt eingestiegen.(pte)

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