Höhere Mieten programmiert

11. Juli 2007, 19:05
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Als absolute Wachstumsregion in den nächsten 20 Jahre orten Immobilien-Spezialisten das Weinviertel

Wien – "Der Gesetzgeber sollte die preisliche Bandbreite für die dem Mietrecht unterliegenden Wohnungen um zehn bis 20 Prozent erhöhen, andernfalls können die Häuser vom Besitzer nicht wirtschaftlich betrieben werden", sagte der Geschäftsführer von S-Real, Michael Pisecky am Mittwoch. Er reagierte damit auf die jüngsten Höchstgerichtsurteile, wonach die Vermieter für die Erhaltungsarbeiten in den Wohnungen aufkommen müssen. Pisecky: "Geschieht nichts, werden die preisgeregelten Wohnungen vom Markt verschwinden." Der Sparkassen-Makler, S-Real und die Internetplattform Immobiliennet erheben halbjährlich die Preise und analysieren aufgrund der Abfragen und Abschlüsse die Immobilienwünsche der Nachfrager.

In Wien steht nach wie vor der sechste Bezirk unangefochten an der Spitze der beliebtesten Wohnvierteln, gefolgt von Neubau und der Josefstadt.

Steigende Preise

Ein Trend, der konstant bleibt, sind die steigenden Preise: Wiener Eigentum verteuerte sich seit Jahresende um durchschnittlich 1,7 Prozent, die Nettomieten sind im Schnitt um 2,4 Prozent gestiegen. Besonders die Preise zentrumsnaher Regionen, die bisher zu den leistbaren Wohnvierteln zählten, klettern nach oben. Im zweite Bezirk gab es den größten Preissprung von plus 9,6 Prozent auf durchschnittlich 2630 Euro/m2. Auch im bisher günstigen Mariahilf kletterten die Preise um 9,2 Prozent auf 2430 Euro/m2. Als absolute Wachstumsregion in den nächsten 20 Jahre orten die Immobilien-Spezialisten das Weinviertel. Durch die Ansiedlung von Unternehmen entlang der S1 der A4 (Flughafenautobahn und der A5 (Verbindung nach Brünn) werden der Osten und Norden Wiens zum aufstrebenden Wirtschaftsraum, sagte Pisecky. Dazu kommt, dass immer mehr Slowaken in den Grenzregionen auf österreichischer Seite Immobilien suchen, weil das Angebot in Bratislava oder Brünn sehr dünn sei.

"Freizeit-Alterssitz"

Nach Kärnten, der Steiermark oder Salzburg zieht es verstärkt Ausländer, die sich dort einen "Freizeit-Alterswohnsitz" zulegen. Und weil für die Erbengeneration der Eigennutz der geerbten Immobilie nicht mehr im Vordergrund steht, zeigt der Trend, dass das Vermieten die Häuser langfristig mehr bringt als ein Verkauf. (cr, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.07.2007)

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    Ein Trend, der konstant bleibt, sind die steigenden Preise.

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