24-jähriger Wiener schwängerte Zwölfjährige: Freispruch

15. Juli 2007, 18:15
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Familienvater gab an, das Mädchen für 16 gehalten zu haben - Geschworene glaubten ihm

Wien - Wegen schweren sexuellen Missbrauchs einer Unmündigen musste sich am Dienstag ein zum Tatzeitpunkt 24-jähriger Mann vor einem Wiener Schwurgericht verantworten. Der Mann hatte wiederholt einvernehmlichen Sex mit einer damals 12-Jährigen. Die Hauptschülerin wurde schließlich schwanger, im Kaiser Franz-Josef-Spital ließ die Zwölfjährige eine Abtreibung vornehmen. Das Spital erstattete auf Grund ihres kindlichen Alters Anzeige gegen unbekannt.

Der Vater war rasch ausgeforscht. Vor Gericht drohten diesem nun im Fall eines Schuldspruchs fünf bis 15 Jahre Haft, weil der Gesetzgeber bei von Erwachsenen gesetzten geschlechtlichen Handlungen mit Personen unter 14 Jahren selbst bei deren Einwilligung eine Verurteilung zwingend vorsieht.

"Wie eine Erwachsene"

Der Angeklagte, von Beruf Lagerarbeiter, gab an, das Mädchen für 16 gehalten zu haben. Sie habe ihm diese Altersangabe geliefert, nachdem er sie in einer McDonald's-Filiale kennen gelernt hatte. Er habe ihr das abgenommen: "Sie war bauchfrei, mit Stöckelschuhen, schön geschminkt, große Ohrringe. Sie hat sich verhalten wie eine Erwachsene."

"Verführt"

Er sei von ihr zunächst verführt worden, erklärte der mittlerweile verheiratete zweifache Familienvater. Zwei Wochen später seien sie in einer Disco "richtig zusammengekommen". Nach Angaben des Mädchens soll es rund 20 Mal zu intimen Nächten gekommen sein, ehe der Mann die Beziehung zu dem Mädchen beendete.

Die Geschworenen glaubten dem Mann und sprachen ihn nach stundenlangen Beratungen einstimmig von der Anklage frei. Den Geschworenen wurde eine DVD der Aussage des Mädchens vorgespielt, in dem die Schülerin angab, aus ihrem tatsächlichen Alter von Anfang an kein Geheimnis gemacht zu haben, die Geschworenen glaubten der Darstellung jedoch nicht. (APA)

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