Dengue-Fieber in Südostasien

10. Juli 2007, 15:31
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Ideale Brutbedingungen für die Aedes-Mücke sorgen für einen Anstieg an Infektionen. Die WHO warnt vor Reisen in die betroffenen Gebiete

WHO warnt vor Rekordzahl von Dengue-Fällen in Südostasien Ideale Brutbedingungen für die Aedes-Mücke

Bangkok - In Südostasien breitet sich das gefährliche Dengue-Fieber aus, die Behörden fürchten eine Rekordzahl neuer Fälle in diesem Jahr. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) drängt die Gesundheitsämter seit Monaten, alle Möglichkeiten im Kampf gegen die Krankheit zu aktivieren, sagte der WHO-Direktor für Südostasien, Chusal Prasittisuk, am Dienstag in Bangkok. Das Robert Koch-Institut in Berlin hat Reisende vor der Gefahr gewarnt und Mückenschutz empfohlen.

Gefährliche Aedes-Mücke

Nach Angaben der WHO haben ein früher Monsun und eine anschließende frühe Hitzewelle ideale Brutbedingungen für die Aedes-Mücke geschaffen. Das Insekt überträgt die krank machenden Viren. Zudem fördert das Wachstum der Slums in den asiatischen Großstädten die Plage. "Die ungeordnete Urbanisierung ist ein großer Faktor, und das unkontrollierte Umziehen der Bevölkerung", sagte Chusak. "Es ist eindeutig, dass 90 Prozent der Brutstätten von Menschen geschaffen werden: Abfälle, Container ohne Deckel, achtlos weggeworfene Kokosnuss-Schalen." Die Aedes-Mücke legt ihre Eier in Wasserpfützen.

Kampf gegen die tödliche Plage

In Singapur sind täglich Einsatztruppen in Wohnungen und Häusern unterwegs und kontrollieren, ob unter Wasserhähnen oder Blumentöpfen Wasser steht. Bauherren müssen Strafe zahlen, wenn sich auf ihrem Gelände Pfützen bilden. Mindestens einmal in der Woche wird in Gärten, Blumenbeeten und Büschen Insektengift versprüht.

In Indonesien wurden bis Anfang Juli bereits 96.445 Fälle registriert. 1.028 Menschen starben. In Kambodscha erkrankten nach der offiziellen Statistik fast 15.000 Menschen in der ersten Jahreshälfte, 182 starben - das ist mehr als im ganzen vergangenen Jahr (158). 29.000 Menschen erkrankten in Vietnam in den ersten sechs Monaten des Jahres und 29 starben, 45 Prozent mehr als im selben Zeitraum 2006. In Thailand stieg die Zahl der Fälle um 36 Prozent, dort starben 17 Menschen. Malaysia registrierte fast 25.000 Fälle bis Juli, mit 52 Toten, nach 38.500 Fällen im gesamten vergangenen Jahr.

Lebensgefährlich bei zwei Infektionen

Dengue-Fieber ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) die häufigste von Mücken übertragene Virusinfektion weltweit. Einen Impfstoff gibt es nicht. Das Virus kann außer plötzlichem hohem Fieber unter anderem starke Kopf- und Gliederschmerzen sowie Hautausschlag, Blutungen und Kreislaufversagen auslösen. Eine zweite Infektion mit dem Virus ist lebensgefährlich. Die meisten deutschen Touristen erkrankten laut einer RKI-Statistik nach einer Reise nach Thailand, Indien, Brasilien, auf die Philippinen, nach Sri Lanka oder Indonesien. (APA)

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    Dengue-Fieber gehört ist die häufigste von Mücken übertragene Virusinfektion weltweit.

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