Chinesen in Peshawar getötet

17. Juli 2007, 16:09
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Zusammenhang mit umkämpfter Roter Moschee vermutet

Peshawar - In Pakistan haben Unbekannte offenbar im Zusammenhang mit der Belagerung der von fanatisierten Koranschülern gehaltenen Roten Moschee von Islamabad durch das Militär drei Chinesen getötet. Nach offiziellen Angaben wurden sie erschossen, als sie am Sonntag ihre Motorradfabrik in Peshawar verließen. "Wir ermitteln in verschiedene Richtungen", sagte der Polizeichef der Stadt, Abdul Majeed Marwat. "Aber es sieht wohl so aus, als ob es eine Verbindung zur Roten Moschee gibt."

Die Islamisten in der Moschee hatten im vergangenen Monat für einige Stunden mehrere Chinesinnen entführt. Aus pakistanischen Regierungskreisen verlautete, der Vorfall sei einer der wichtigsten Gründe für das Vorgehen des Militärs gegen die Islamisten gewesen.

China ist ein enger Verbündeter Pakistans. Peking hatte wiederholt auf Verbindungen der islamischen "Terroristen" in der uigurischen Nordwestregion Xinjiang (Sinkiang) zu Pakistan hingewiesen. In der nominell "autonomen" Region, in der sich Chinas Atomanlagen und Raketen-Abschussbasen befinden, erstarken panislamische und irredentistische Strömungen, wie die kommunistischen Behörden offen zugeben. Xinjiang zählt zu den "Armenhäusern" Chinas und gilt als ethnischer Konfliktherd. In der Region ist es seit 1990 immer wieder zu blutigen Unruhen gekommen. Zahlreiche "Konterrevolutionäre" wurden hingerichtet, Hunderte von Moscheen und Koranschulen geschlossen. Gegen pro-chinesische uigurische Funktionäre wurden Attentate verübt, der Imam der Großen Moschee von Kashgar fiel einem Mordanschlag zum Opfer. (APA/Reuters)

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