Fast eine Million Inder nach Fluten von Außenwelt abgeschnitten

9. Juli 2007, 13:56
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Neue Monsun-Regenfälle im Osten - Hochwasser in Kalkutta geht langsam zurück

Kalkutta - Fast eine Million Inder sind nach Überschwemmungen im Osten des Landes von der Außenwelt abgeschnitten. Neue Monsun-Regenfälle ließen am Samstag zahlreiche Flüsse anschwellen, unzählige Uferbefestigungen boten den Wassermassen keinen Halt mehr. Allein im Bundesstaat West-Bengalen waren mindestens 700.000 Menschen von den Überschwemmungen betroffen, Tausende wurden nach Behördenangaben in höher gelegene Gebiete gebracht.

Doch zu den Menschen in mindestens sechs Bezirken konnten die Rettungskräfte nicht vordringen. "Die Situation ist schlimm", sagte eine Behördenvertreterin. Im Nachbarstaat Orissa retteten Soldaten etwa 1.000 Menschen vor den Fluten des Flusses Subarnarekha, 400 Dörfer wurden jedoch überschwemmt, 200.000 Menschen drohte die Obdachlosigkeit. Fast 700 Menschen sind durch die Überschwemmungen und Stürme in den vergangenen zwei Wochen in Indien, Pakistan, Bangladesch und Afghanistan ums Leben gekommen.

Brutherd für Krankheiten

In der Millionenmetropole Kalkutta, der größten ostindischen Stadt, ging der Wasserspiegel in einigen Straßen zwar zurück. In vielen moderte das Wasser aber vor sich hin und bot damit einen Brutherd für zahlreiche gefährliche Krankheiten. Einer Hilfsorganisation zufolge drohten zudem mindestens 41 über das Land verteilte voll gelaufene Wasserreservoirs zu bersten. Dies könne insbesondere im Westen und auch im Süden des Landes zu noch schlimmeren Überschwemmungen führen.

Auch im nordwestindischen Bundesstaat Rajasthan sorgte der Monsun für massive Probleme. Ein Teil eines hundert Jahre alten Staudamms brach zusammen, doch die örtlichen Behörden erklärten, sie hätten die Lage unter Kontrolle. Eine Hauptverkehrsader wurde vorsorglich gesperrt, Dörfer evakuiert und die Bewohner ebenfalls in höher gelegene Gebiete gebracht. (APA/Reuters)

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