Zehenring

5. Juli 2007, 17:00
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Eine Ader von der linken Ringzehe direkt zum Herzen - Oder: Hände schütteln nachdem zwischen den Zehen das Geschmeide angelegt wurde?

+++Pro
Von Markus Mittringer

Unbedingt! Ja warum sollen es denn gerade die Zehen nicht verdient haben, in Unendlichkeit gehüllt zu werden? Gehörig beringt können auch Zehen sprechen, preisgeben, was ihr Restkörper darstellt, ob er im Stand der Ehe ist oder doch eher Abt oder Bischof oder gar Papst.

Sicher, es ist witterungsbedingt schon ein bisschen blöd hier. Unter den Moonboots verliert auch noch das stärkste Herrschaftssymbol an Kraft, und so ein Einkaräter unter den Frotteesocken kann schon mal in heftige Depressionen verfallen. Aber wer sagt denn, dass nicht auch von der linken Ringzehe aus eine Ader direkt zum Herzen und damit zur Liebe führt und also auch sie würdiger Träger des Symbols für immerwährende Solidität sein kann. In Indien etwa hat sich das Tragen von Eheringen an den Zehen echt durchgesetzt.

Und wie hier auch steckt der Mann seiner Liebsten die Ringe an. Damit es dabei vor dem Altar zu keinen unschönen Szenen oder gar Unfällen mit Verletzungsfolgen kommt, hat der Inder das Yoga erfunden.

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Contra---
Von Tanja Paar

Nun wird es ja die Klimaerwärmung mittelfristig mit sich bringen, dass wir auch im Alpenraum in mittleren Lagen ganzjährig ohne Strümpfe gehen können. Das lässt Flip-Flop-Fans und Anhänger einer Barfuß-Beschreitung des täglichen Lebens natürlich juchazen und auch Ringträger an allen Extremitäten dürfen hoffen, ihrer bizzaren Neigung das volle Jahr über nachgehen zu dürfen.

Aber einmal ehrlich: Leute, die zwischen ihren Zehen popeln, um die Geschmeide zurechtzurücken, und einem dann freundlich die Hand schütteln - wollen wir das? Sollen wir, angelockt vom verführerischen Glitzern vom Fuße her, unserem Gegenüber wirklich erst in die Augen schauen, wenn wir uns an seinen Zehen sattgesehn haben?

Es mag stimmen, dass ein Ring am zweiten Zeh der Angebeteten den Männern in Indien wertvolle Dienste leistet. Sie wissen: "Hände weg von dieser verheirateten Frau." Aber wo schon ein Ring am Finger keine Sicherheit bietet, kann der Fußring ruhig stecken bleiben, nämlich in der Hosentasche. (Der Standard/rondo/06/07/2007)

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    Für Flip-Flop-Fans und Anhänger einer Barfuß-Beschreitung des täglichen Lebens.

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