Spanien setzt Gebärprämien aus

4. Juli 2007, 13:20
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Pro Kind bekommen Familien in Zukunft 2.500 Euro

Madrid - Spanien will der sinkenden Geburtenrate durch Prämienzahlungen auf die Sprünge helfen. Pro Kind bekommen Familien in Zukunft 2.500 Euro, wie Ministerpräsident Zapatero am Dienstag in Madrid bekannt gab. Die finanzielle Starthilfe soll demnach ab sofort für alle Neugeborenen gelten, deren Eltern legal in Spanien leben.

1,37 Kinder pro Frau

"Um den Fortschritt fortzusetzen, braucht Spanien mehr Familien mit mehr Kindern, und Familien brauchen Unterstützung, um diese Kinder zu bekommen und Mittel, um sie groß zu ziehen", sagte der Regierungschef. In welcher Höhe die neue Subvention im Staatshaushalt zu Buche schlagen wird, wurde zunächst nicht bekannt. Im vergangenen Jahr kamen 481.000 Babys in Spanien zur Welt. Diese Zahl würde den SteuerzahlerInnen in Zukunft 1,2 Milliarden Euro kosten. Die Regelung soll auch für Adoptiveltern und für AusländerInnen gelten, die legal in Spanien leben. Die Geburtenrate in dem Land lag 2006 bei 1,37 Kindern pro Frau.

Kein Einzelfall

Derzeit unterstützt Spanien lediglich kinderreiche und arme Familien finanziell. Rund 450 Euro pro Jahr gibt es für jedes Kind ab dem dritten; Bedürftige erhalten außerdem pro Kind 291 Euro im Jahr. Mit der neuen Prämie rückt Spanien in die Reihe der europäischen Staaten auf, die Geburten am großzügigsten belohnen: Belgien zahlt beispielsweise 1.064 Euro für Erstgeborene und 800 Euro für weitere Kinder, in Italien erhielten Familien 2005 und 2006 1.000 Euro pro Kind. Die Förderung wurde jedoch inzwischen gestrichen. Andere Länder wie Deutschland unterstützen Familien langfristig, anstatt Geburten zu prämieren. (APA/ag.)

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