12 Angeklagte nach Sklavenarbeit-Skandal

31. Juli 2007, 13:28
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Noch viele missbrauchte Kinder vermisst

Peking - Einen Monat nach der Aufdeckung von Sklavenarbeit in chinesischen Ziegeleien sind am Mittwoch zwölf Verantwortliche vor Gericht gestellt worden. Die Anklage laute auf Freiheitsberaubung, Zwangsarbeit und Mord, berichtete nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua die Staatsanwaltschaft von Linfen in der Provinz Shanxi. Es ist der erste Prozess wegen Sklavenarbeit unter anderem von Kindern, die nach Angaben von Angehörigen noch längst nicht vollständig aufgedeckt ist, da weiterhin noch viele Kinder vermisst werden. Der Skandal hatte landesweit Empörung ausgelöst.

In dem Prozess geht es zunächst um 32 Opfer, die mit der Aussicht auf Arbeit angelockt und dann entführt worden seien, um als Sklaven in der Ziegelei des Dorfes Caosheng nahe Hongtong zu arbeiten. Unter den Angeklagten ist der Besitzer der Ziegelei und Sohn des örtlichen Parteichefs, Wang Bingbing. Die Arbeiter wurden gezwungen, lange zu arbeiten und erhielten nur schlechtes Essen, wie Xinhua berichtete. Wachhunde hinderten sie an der Flucht. Viele erlitten Verbrennungen und andere Verletzungen. Ein Arbeiter kam im November 2006 ums Leben. Sein Tod wird noch untersucht.

Seit der Enthüllung des Skandals sind nach offiziellen Angaben 359 Arbeiter, darunter 12 Kinder, aus Ziegeleien in der Provinz Shanxi befreit worden. 38 Verantwortliche seien festgenommen worden, schrieb Xinhua. Die 400 Väter von vermissten Kindern, die durch ihre Suche und einen verzweifelten Brief im Internet den Skandal ans Tageslicht gebracht hatten, gehen davon aus, dass bisher nur "die Spitze des Eisbergs" bekannt ist. Ihre Kinder sind bis heute nicht gefunden. Die Väter befürchten, dass sie von skrupellosen Geschäftemachern versteckt gehalten werden.

Die in den sich ständig ausweitenden Skandal um Sklavenarbeit verwickelten chinesischen Ziegeleien und Bergwerke haben mehr als 53.000 Wanderarbeiter beschäftigt. Ermittlungen hätten ergeben, dass 2036 der 3347 untersuchten Firmen ohne die nötigen Lizenzen betrieben wurden, erklärte ein hochrangiger Vertreter der Provinzregierung von Shanxi. In die Affäre um die Misshandlung und Versklavung von Arbeitern in illegalen Bergwerken und Ziegeleien sind auch Regierungsbeamte und Polizeivertreter verstrickt. (APA/dpa)

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