Gefahren im Urlaub

2. Juli 2007, 17:04
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Reisethrombosen vorbeugen, Impfempfehlungen ernstnehmen und Diabetiker als Risikogruppe

Wien - Ein Urlaub kann nicht nur Erholung und Entspannung bringen, durch lange Reisen und fremde Ländern drohen auch Krankheiten sowie gesundheitliche Probleme.

Medizinische Urlaubsvorbereitung wichtig

Völlig gesunde Urlauber, aber auch besonders Zuckerkranke und Thrombose-Gefährdete müssen sich für den Sommerurlaub vorbereiten, erklärten Mediziner am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien. Dabei gelte es einen ausreichenden Vorrat an Medikamenten mitzunehmen und diesen auch richtig zu transportieren.

Impfempfehlungen der Urlaubsländer beachten

Impfempfehlungen der Urlaubsländer müssten auf jeden Fall beachtet werden, erklärte der Reisemediziner Herwig Kollaritsch. Ein Schutz gegen Hepatitis A und B, Typhus sowie Diphterie-Tetanus-Perussis-Polio sei in allen Fällen ratsam und zähle eigentlich zum Routine-Impfprogramm. Je nach Urlaubsland sollten Reisende sich zusätzlich gegen Tollwut, Gelbfieber, Cholera sowie Japanische Encephalitis und Meningokokken-Meningitis immunisieren lassen. Wichtig sei allerdings ein maßgeschneidertes Impfprogramm je nach Route sowie Reiseverhalten.

Dichtung und Wahrheit

Zwischen den gefürchteten Krankheiten und tatsächlichen Bedrohungen gebe es große Unterschiede, warnte der Experte. Der Großteil der Bevölkerung habe vor einer Ansteckung mit SARS und Vogelgrippe Angst, wirklich gefährlich sei jedoch eine Infektion mit Tollwut, Malaria oder Influenza, gegen die vorgesorgt werden könne.

Gefahr der Reisethrombose

Mögliche gesundheitliche Gefahren gibt es jedoch nicht nur im Urlaubsland, sondern bereits bei einer langen Anreise: Jeder, der über mehrere Stunden im Flugzeug, Bus oder Zug sitzt, habe ein niedriges Risiko an einer Reisethrombose zu erkranken, so Kollaritsch. Vorbeugen kann man die Bildung eines Blutpfropfs (Thrombus) im Gefäß mit Bewegungsübungen sowie ausreichend Flüssigkeit. Beruhigungs- oder Schlafmittel sowie Alkohol sollten vermieden werden. Aspirin oder auch Mittel gegen schwere Beine verhindern nicht die Bildung einer Thrombose, warnte er. Das Tragen von Kompressionsstrümpfe gilt allerdings als allgemein vorbeugende Maßnahme.

Risikofaktoren wie Schwangerschaft, Herzinsuffizienz, Krampfadern oder fortgeschrittenes Alter (über 60 Jahre) verschärfen die Gefahr einer Thrombose, so Kollaritsch. Ein sehr hohes Risiko haben Menschen mit Karzinomen, schweren Erkrankungen oder nach bestimmten Operationen. Die Verabreichung des Medikament Heparine sei in diesen Fällen empfehlenswert. Auch Personen, die selbst oder deren Familienmitglieder bereits an Thrombosen leiden, sollten sich das Arzneimittel spritzen lassen.

Risikogruppe Diabetiker

Diabetiker müssen sich auf einen Urlaub ebenfalls besonders vorbereiten. Zuckerkranke sollten im Urlaub auf jeden Fall ausreichend Insulin sowie medizinisches Material mitnehmen, riet der Grazer Diabetesfachmann Hermann Toplak. Das Präparat, mit dem der Zuckerhaushalt von Diabetikern im Gleichgewicht gehalten wird, muss allerdings richtig transportiert und kühl aufbewart werden. Bei Hitze oder Frost wird Insulin unwirksam. Bei Flugreisen muss das Medikament daher unbedingt im Handgepäck mitgenommen werden. Die zu niedrigen Temperaturen im Frachtraum würden das Präparat zerstören. Im Urlaubsland müssen Zeitverschiebung, Klimaveränderung, unregelmäßige Mahlzeiten sowie ungewöhnliche Nahrungsmittel bei der Insulinverabreichung berücksichtigt werden. (APA)

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