Wichtige Fragen vor dem Wechsel

1. Juli 2007, 17:00
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Wie Sie Enttäuschungen beim Jobwechsel vermeiden

Geld, schlechtes Klima, Umstrukturierungen, Kündigungsgefahr, Mobbing, Langeweile – es gibt viele gute Gründe, sich nach einem neuen Arbeitsplatz umzusehen. Doch wie vermeidet man, dass sich der neue Job als Flop entpuppt? In dieser Situation empfiehlt es sich mit gezielten Fragen einen Blick hinter die Kulissen zu riskieren:

Arbeitgeber: Wie gut ist das Image des neuen Arbeitgebers und wird dieses Image von ehemaligen Mitarbeitern, von Kunden, von den Medien etc. bestätigt oder nicht?

Firmenkultur: Welche Werte werden im Unternehmen gelebt? Stehen die Menschen im Mittelpunkt , regieren die Zahlen?

Organisation: Was sind die geschriebenen und ungeschriebenen Regeln der Organisation und wie gut sind diese mit den eigenen Vorstellungen vereinbar?

Arbeitsklima: Wie gut funktioniert die Zusammenarbeit, wie sehen typische Konflikte aus und wie wird mit diesen umgegangen?

Fluktuation: Wie hoch ist die Fluktuationsrate? Ist sie typisch für die betreffende Branche oder weicht sie deutlich vom Branchenschnitt ab?

Vorgesetzter: Wie gut ist die Beziehung zum Vorgesetzten und wie ähnlich sind dessen Werte und Einstellungen?

Teamrolle: Wie sind die Rollen im Team verteilt und entspricht diese Rollenverteilung auch der Zielsetzung der vakanten Position?

Vorgeschichte: Tritt der neue Mitarbeiter ein schwieriges Erbe an, wird von ihm vielleicht erwartet, den Job besser zu machen als sein Vorgänger?

Stellenwert: Welchen Stellenwert hat die Position in der Organisation und ist mit Unterstützung durch die Geschäftsführung zu rechnen?

Zielsetzung: Was genau wird mit der Besetzung der Position bezweckt, mit welchem Aufwand ist das Ziel zu erreichen?

Handlungsspielraum: Wie groß sind die Möglichkeiten, Eigeninitiative zu zeigen und Veränderungen zu gestalten?

Prozesse: Wie effizient sind die Prozesse innerhalb der Abteilung und zwischen den Abteilungen und gibt es eine Chance, sie zu verbessern?

Perspektiven: Ist die Position ausbaufähig und wenn ja, wie realistisch sind die an_gebotenen Entwicklungsmöglichkeiten?

Work-Life-Balance: Wie wirkt sich der Job auf Gesundheit und Freizeit aus und ist eine Beeinträchtigung temporär oder dauerhaft?

Lassen sich die wichtigsten dieser Fragen positiv beantworten, sollte einem Jobwechsel nicht mehr allzu viel im Wege stehen. Schließlich bieten sich viele große Chancen nur ein einziges Mal im Leben. (Martin Hofstetter*, Der Standard, Printausgabe 30.6./1.7.2007)

*Martin Hofstetter ist geschäftsführender Gesellschafter der Karriereschmiede Personalberatung. Karriereschmiede
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