Waldhaus Light Line

29. Juni 2007, 15:00
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Brauerei: Privatbrauerei Waldhaus
Braumeister: Bernhard Vötter
Typ: Leichtbier
Alkohol: 2,9 % ABV

Es ist immer wieder erstaunlich, wie kleine Brauereien Biere ganz entgegen allen "gängigen" Trends zu brauen verstehen. Mögen die Leichtbiere noch so oft totgesagt werden - dieses ist so überzeugend, dass man es gerne öfter zur Hand hätte. Geht nicht - denn die Privatbrauerei Waldhaus hat ein ziemlich regional gebundenes Vertriebsgebiet - und dieses liegt nicht ganz zufällig im südwestlichsten Zipfel Deutschlands, also dort, wo die meisten Haubenlokale der Bundesrepublik liegen und wo auch sonst noch eine hohe Genusskultur verbreitet ist. Waldhaus gehört zur Gemeinde Weilheim - aber nicht zu jener südlich von München, sondern zur gleichnamigen im südlichsten Schwarzwald. Und die Light Line hat einen Duft, der ein bisschen an den Schwarzwald erinnert - in der Nase ist ein leichter Harzton zu spüren. Bitteschön: das kommt nicht von irgendwelchen Koniferen des Schwarzwalds; es kommt vielmehr vom Hopfen. Tettnanger, wenn ich richtig vermute - dieses Hopfenanbaugebiet ist ja nicht allzuweit entfernt (es liegt etwa halben Wegs zwischen Waldhaus und der österreichischen Grenze). Und vom Hopfen nimmt Braumeister reichlich, er gibt seinem Bier einen fast parfümhaften Duft. Das dürfte auch damit zusammenhängen, dass Vötter zu den wenigen gehört, die noch Naturhopfen verwenden - also die getrockneten, aber ansonsten unaufbereiteten Dolden. Das Bier ist hellgelb, es hat fast einen leichten grünlichen Stich. Es präsentiert sich mit einem durchaus passablen Schaum und hat schon im Antrunk eine prickelnde, kräftige Bittere, die allerdings sehr fein und aromatisch ausklingt. Es gibt etliche Pilsbiere, die wesentlich weniger Charakter haben. (cs)
  • Bernhard Vötter.
    foto: conrad seidl

    Bernhard Vötter.

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