Kanzlerfest: Gnädig sein in turbulenten Zeiten

5. Juli 2007, 19:12
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Nach sechs Jahren endlich wieder: SPÖ feierte "Kanzlerfest" - Gusenbauer wünscht sich das Land "offener, toleranter, liberaler"

Wien – Sechs Jahre Oppositionszeit hatte die festliche Durststrecke gedauert, am Donnerstagabend konnte die SPÖ endlich wieder zum traditionellen „Kanzlerfest“ in den Park des Gartenhotels Altmannsdorf laden.

„Zeitenwende“ lautete das Motto des im übrigen 25. Festes. „Ich hoffe, der Wettergott bleibt uns gnädig in diesen turbulenten Zeiten – wettermäßig turbulenten Zeiten“, formulierte Kanzler Alfred Gusenbauer in seiner Begrüßung an die rund 2500 Gäste. Hintergrund: Gusenbauer kam direkt von der Koalitionsaussprache mit Vizekanzler Wilhelm Molterer (ÖVP), wirkte aber – so wie der Himmel – aufgeräumt.

Eine extra Begrüßung gab es für Bildungsministerin Claudia Schmied, mit der er zuletzt um die Bestellung des Staatsoperndirektors gerungen hatte. Neil Shicoff, der noch vor einem Jahr für Gusenbauer an diesem Ort gesungen hatte, war diesmal nicht gekommen. Dafür Prominenz aus Wirtschaft, Kultur und den „Seitenblicken“.

Strabag-Boss Hans-Peter Haselsteiner, Ex-Liberalen-Chefin Heide Schmidt, Industriellen-General Veit Sorger, die Schriftsteller Josef Haslinger und Gerhard Roth, Buchautorin und Ex-Model Waris Dirie, ORF-General Alexander Wrabetz, Bundestheater-Chef Georg Springer – sowie Alfred Gusenbauers Mutter Gertraud, die sich keine Gelegenheit entgehen lässt, ihren Sohn öffentlich zu unterstützen.

Dank für Abwehrkampf

Einen extra Dank von Gusenbauer gab es für Verteidigungsminister Norbert Darabos, der einen „harten Weg“ hinter sich hat. Mit dem Geld, das sich Österreich durch Darabos‘ Eurofighter-Abwehrkampf erspart habe, könne endlich die Bildungsreform finanziert werden – Gusenbauers ceterum censeo dieser Tage. „Offener, toleranter, liberaler“, das ist das Land, das Gusenbauer sich wünschte. Die Gäste konnten nicht nur gut gemeinte Botschaften hören, sondern auch konkret etwas Gutes tun: Sitzmöbel für einen karitativen Zweck erwerben. (Barbara Tóth, DER STANDARD, Printausgabe 29.6.2007)

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    Gusenbauer mit Verteidigungsminister Darabos, dem der Kanzler extra dankte, da dieser einen „harten Weg“ hinter sich hat

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    Der Kanzler mit seiner Lebensgefährtin Eva Steiner

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