Arbeitslosigkeit sinkt, Beschäftigung wächst langsam

26. Juli 2007, 15:32
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IHS für rasche Aufhebung der Übergangsfristen für neue EU-Staaten - Wifo plädiert zunächst für Bildungsmaßnahmen

Wien - Das mittelfristige Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent in den nächsten fünf Jahren wird nach Einschätzung der Wirtschaftsforscher nicht ausreichen, um Vollbeschäftigung zu erreichen. 5 Prozent Arbeitslosenquote seien nur sehr schwer zu unterschreiten. Und auch nach der Eurostat-Berechnungsmethode werde man kaum unter die Vier-Prozent-Marke kommen, sagte Wifo-Chef Karl Aiginger am Donnerstag.

"Unter drei Prozent können wir vergessen", erklärte auch IHS-Chef Bernhard Felderer. Und selbst einen Dreier vor dem Komma, wie ihn zuletzt Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein (VP) in Aussicht gestellt hat, könnte man "schon mit großem Champagner feiern", erklärte er. Mehr als die Hälfte aller Arbeistlosen habe keine Ausbildung.

Unter vier Prozent Arbeitslosenrate seien nur dann vorstellbar, wenn etwa im Schulbereich schon beginnend bei der Vorschule bis hin zur gezielten Integration von Zuwanderern in das Bildungssystem Maßnahmen zur besseren Qualifizierung der Bevölkerung gesetzt würden. Positive Effekte daraus könne man aber erst langfristig erwarten, so die Wirtschaftsforscher.

Öffnung des Arbeitsmarktes

IHS-Chef Felderer plädierte außerdem für eine rasche Öffnung des Arbeitsmarktes für Arbeitskräfte aus den neuen EU-Ländern. Die jetzige Hochkonjunkturphase sei noch stabiler als zu Beginn der 90er-Jahre. Man könne daher davon ausgehen, dass die österreichische Wirtschaft bei Aufhebung der Übergangsfristen "keine zu großen Schocks erleben" werde.

Wifo-Chef Aiginger dagegen plädierte dafür, zuerst zu prüfen, welche Qualifizierungsmaßnahmen es im Inland gibt. In den vergangenen Jahren habe es gravierende "Fehlallokationen" bei der Ausbildung gegeben. Es müssten daher zunächst zusätzliche Mittel etwa in den Lehrlingsbereich investiert werden. "Facharbeiter aus dem Ausland können nicht die einzige Quelle sein", so Aiginger. Eine Öffnung des Arbeitsmarktes in Teilbereichen, etwa im Finanz- und Banken-Sektor, kann aber auch er sich vorstellen. (APA)

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