Kapsch legte Kavalierstart hin

8. Juli 2007, 19:38
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Der Wiener Mautspezialist Kapsch TrafficCom ist am Dienstag mit kräftigen Kursgewinnen an der Wiener Börse gestartet, die lukrierten Mittel fließen in Zukäufe

Der Wiener Mautspezialist Kapsch TrafficCom ist am Dienstag mit kräftigen Kursgewinnen an der Wiener Börse gestartet. Nachdem die Aktie mit 32 Euro am obersten Ende des Preisbandes an die Börse gekommen ist, legte das Papier zwischenzeitlich bis zu 15 Prozent auf 36,80 Euro zu. "Unsere Erwartungen wurden damit jedenfalls übertroffen", sagte Unternehmensvorstand Erwin Toplak am Dienstag.

Die Aktie schloss bei genau 36 Euro und damit um 12,5 Prozent über dem Ausgabekurs.

Der Eigentümerfamilie Kapsch fließen im Rahmen des Börsegangs 48 Mio. Euro zu, mehr als 70 Mio. Euro fließen im Rahmen einer Kapitalerhöhung in das Unternehmen.

Überraschend guter Start

Kapsch TraffiCom hat unter anderem das Lkw-Mautsystem in Österreich errichtet. Der Börsegang ist heuer bis dato der zweitgrößte in Wien. "Die Platzierung ist ganz gut gelaufen. Schon die gute Nachfrage im Vorfeld hat auf ein starkes Börsendebüt hoffen lassen", kommentierten Händler am Dienstag den Börsenstart. "Die Aktien sind nicht günstig, aber die Geschichte scheint den Anlegern zu gefallen. Insgesamt ein sehr guter Start", so das Resümee.

Überrascht zeigte sich Toplak vor allem davon, dass die Anleger dem Unternehmen "trotz des komplexen Marktes und Geschäfts so hohes Vertrauen entgegengebracht" hätten. Das Angebotsvolumen wurde mehr als 14-fach gezeichnet. Auch im Bereich der Kleinanleger sei das Angebot überzeichnet gewesen. 0,6 Prozent haben die eigenen Mitarbeiter im Rahmen einer Mitarbeiteraktion erworben. Auch dieser Anteil sei "überraschend hoch", so Toplak.

Börsenwert

Das Unternehmen ist jetzt an der Börse mit rund 390 Mio. Euro bewertet - bei einem Umsatz von 198,6 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2006/07 (per 31. März) nach 116,2 Mio. Euro im Jahr davor und einem Jahresergebnis vor Steuern von 27 Mio. Euro nach 17,8 Mio. Euro im Vorjahr.

Die Familie Kapsch hält nach dem Börsegang jetzt noch 69,7 Prozent an der Kapsch TrafficCom. Ob sie nach dem Erfolg einen weiteren Rückzug plane, wollte eine Sprecherin am Dienstag nicht beantworten. Ein weiterer Kapitalschritt stehe nicht unmittelbar an. "Mit diesem Erfolg sind wir eine Zeit lang ausfinanziert - wie lange wird sich danach entscheiden, wie sich der Markt in den nächsten Monaten entwickelt", so Toplak.

Die jetzt lukrierten Mittel will das Unternehmen vor allem in Firmenzukäufe stecken. Konkrete Übernahmeziele gibt es laut Vorstand noch nicht. "Sie können aber davon ausgehen, dass wir den Börsegang jetzt gemacht haben, weil wir bald etwas tun möchten", erklärte er. Was das eigene Unternehmen betrifft, ist der Vorstand der Ansicht, dass es vorerst keinen strategischen Partner benötigt. Partnerschaften werde man sich lediglich "länderspezifisch ansehen". Ein Verkauf des Unternehmens an einen Konkurrenten sei nicht in Sicht. (APA)

  • Der Eigentümerfamilie Kapsch fließen im Rahmen des Börsegangs 48 Mio. Euro zu, mehr als 70 Mio. Euro fließen im Rahmen einer Kapitalerhöhung in das Unternehmen.
    foto: kapsch

    Der Eigentümerfamilie Kapsch fließen im Rahmen des Börsegangs 48 Mio. Euro zu, mehr als 70 Mio. Euro fließen im Rahmen einer Kapitalerhöhung in das Unternehmen.

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