Gehzeit je nach Jausen-Pausen

    22. Juni 2007, 17:00
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    Die Almen im Salzburger Großarltal relativieren den alpinistischen Ehrgeiz

    Das Salzburger Großarltal wirbt mit herrlichen Almen und kann dabei auf Übertreibungen verzichten, denn die idyllischen und bewirtschafteten Hochweiden sind tatsächlich ein Juwel unter den österreichischen Wanderregionen. Selbst wenn man eine der bequemen Routen wählt und Gipfel auslässt, wird man voll auf seine Rechnung kommen, denn immer wieder bietet sich eine schöne Aussicht zu den romantischen Gasteiner Bergen und zu einem Stück der Hohen Tauern, zudem erfreut man sich an einer einmaligen Blumenwelt.

    Alle Vorsätze, auf der Tour auch ein wenig das Gewicht zu reduzieren, sollte man fallen lassen, denn auf fast jeder der Almen erwarten den Besucher nahrhafte Spezialitäten, die abzulehnen, beinahe eine seelische Grausamkeit bedeutet. Die Palette reicht vom köstlichen Ziegenkäse bis zum Zirbengeist und zu verschiedenen Kräuterlikören.

    Die Hütte auf der Weißalm gleicht einem kleinen Museum; wer möchte, kann sogar das Bett der Sennerin – natürlich ohne Inhalt – besichtigen. Auf schweres Gepäck kann verzichtet werden, denn für Speis und Trank ist auf der ganzen Strecke gesorgt. Auf der Route liegen so viele idyllische Plätze, dass man mit der angegebenen Gehzeit wahrscheinlich nicht das Auslangen finden wird. Der Abschnitt zwischen Loosbichl- und Filzmoosalm ist besonders idyllisch und verlangt geradezu nach einem gemächlichen Tempo.

    Die Runde ist auch nicht besonders mühsam, lediglich der Anstieg vom Parkplatz Grund zur Großellmau Alm ist stellenweise steil, aber nicht sehr lang. Sonst halten sich die Höhenunterschiede in Grenzen, überdies lässt sich die Runde bei Bedarf abkürzen. Die Ausrüstung sollte alpinem Terrain entsprechen. Wer unbedingt einen Gipfel „mitnehmen“ möchte, dem bietet sich vor allem das Gründeck und eine Überschreitung zur Loosbichlalm an.

    Die Route: Von Großarl fährt man mit dem Auto in das Tal des Ellmaubaches bis zum Parkplatz Grund und steigt dann – teilweise steil – auf der roten Markierung in etwa 1½ Stunden zur Großellmau Alm an. Ohne besondere Anstrengung gelangt man in einer weiteren halben Stunde zur Weißalm und wandert dann über die Loosbichlalm zur Filzmoosalm. Gehzeit ab Großellmau Alm 1½ Stunden.

    Der abwechslungsreiche Abstieg erfolgt durch das Filzmoosbachtal, man braucht bis zum Parkplatz Grund etwa eine Stunde. (Bernd Orfer/Der Standard/Printausgabe/23./24.6.2007)

    Gesamtgehzeit 4 Stunden, Höhendifferenz rund 600 m. Großellmau Alm, Weiß-, Loosbichl- und Filzmoosalm sind während der Saison bewirtschaftet. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 155 (Bad Hofgastein); Freytagt & Berndt WK 191 (Gasteiner Tal, Wagrain, Großarl).
    • Die Ausblicke wollen genossen werden und so ist die angegebene Gehzeit kaum einzuhalten.
      foto: elfriede ostermann

      Die Ausblicke wollen genossen werden und so ist die angegebene Gehzeit kaum einzuhalten.

    • Kalorien, die beim Gehen verloren wurden, werden mit deftigen Köstlichkeiten wieder zugeführt.
      foto: elfriede ostermann

      Kalorien, die beim Gehen verloren wurden, werden mit deftigen Köstlichkeiten wieder zugeführt.

    • Die herrlichen Almen, mit denen das Salzburger Großarltal wirbt, sind real.
      foto: elfriede ostermann

      Die herrlichen Almen, mit denen das Salzburger Großarltal wirbt, sind real.

    • Fotos: Elfriede Ostermann
      foto: elfriede ostermann

      Fotos: Elfriede Ostermann

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