Österreichs Zeitarbeitsmarkt legte kräftig zu

23. Juli 2007, 19:02
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Zeitarbeitsmarkt wuchs 2006 im europäischen Vergleich überdurchschnittlich, am häufigsten kommen die Arbeitskräfte in Industrie und Gewerbe zum Einsatz

Wien - Österreichischer Zeitarbeitsmarkt ist 2006 im europäischen Vergleich überdurchschnittlich gewachsen. Laut Studie von Interconnection Consulting waren Ende 2006 in Österreich insgesamt 51.245 Zeitarbeiter beschäftigt, die den Unternehmen einen Umsatz von 1,944 Mrd. Euro bescherten, was einem Plus im Jahresvergleich von 21,4 Prozent entspricht. Auch in den nächsten Jahren wird mit einem durchschnittlichen wertmäßigen Wachstum von 21,7 Prozent auf insgesamt 3,4 Mrd. Euro im Jahr 2009 gerechnet.

Im Mittelfeld

Die 2-Mrd.-Grenze werde laut Studie schon 2007 fallen, da für heuer ein Wachstum von 19,3 Prozent und ein Gesamtumsatz von 2,261 Mrd. Euro erwartet wird. Insgesamt sind 1,9 Prozent der unselbstständig Beschäftigten in Zeitarbeit beschäftigt (2005: 1,6 Prozent). Mit dieser Rate liegt Österreich im europäischen Mittelfeld. So liegt die Rate in den Niederlanden bei 3,5 Prozent, in Deutschland jedoch nur bei 1,4 Prozent. Bis 2010 rechnen die Analysten von Interconnection mit einem Ansteigen dieser Rate auf 3 Prozent.

Industrie und Gewerbe beschäftigen die meisten Zeitarbeiter, allein auf die Industrie entfallen 47 Prozent, gefolgt vom Handwerk und dem Gewerbe mit einem Anteil von 32,1 Prozent. Alle anderen Berufssegmente wie Handel (6,3 Prozent) oder Transportwesen (3,6 Prozent) haben die Zeitarbeit noch nicht völlig entdeckt.

Steigende Nachfrage

Dennoch steigt quer durch alle Berufsgruppen die Nachfrage nach Zeitarbeitern. Trotzdem profitieren von der derzeit positiven Konjunkturentwicklung zunächst vor allem die Produktionsmitarbeiter in Industrie und Gewerbe. Auf längere Sicht steigen auch Dienstleistungen und kaufmännische Berufe, da zunehmend flexible Arbeiter für herausfordernde Projektarbeiten gesucht werden.

Den größten Anteil am österreichischen Zeitarbeitsmarkt machen mit 53,2 Prozent immer noch gering qualifizierte Arbeiter aus, die als flexible Personalreserve auch in der Zukunft den Kern der Zeitarbeit bilden werden. Der Anteil der Uni-Absolventen lag 2006 bei lediglich 2,1 Prozent, und bei einem sich abzeichnenden enger werdenden Arbeitsmarkt wird Zeitarbeit nicht die erste Wahl für diese Personengruppe sein. Immerhin 39,8 Prozent der Zeitarbeiter sind Facharbeiter. Der sich abzeichnende Facharbeitermangel macht auch vor der Zeitarbeit nicht halt. Schon jetzt können manche Stellen nicht besetzt werden. (APA)

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