Diagnose Boreout

24. Juni 2007, 16:00
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Langeweile am Arbeits­platz, Däumchen dre­hen, im Internet surfen - Und das obwohl Stress im Job zum guten Ton ge­hört? Ein Buch beleuchtet erstmals das Phänomen.

Langeweile im Job mag angesichts der allgemein gestresst wirkenden Arbeitswelt von heute eigenartig klingen. Eine 60-Stunden-Woche im Büro ist keine Seltenheit und ebenso wenig durchgearbeitete Wochenenden - das ist die eine Realität. Doch es gibt noch eine andere: so mancher mag sich schon einmal gefragt haben, was seine Kollegen den ganzen Tag eigentlich zu tun haben - zumindest wenn es nach den Schweizer Unternehmensberatern Philippe Rothlin und Peter R. Werder geht.

Sie haben sich dem Tabu der Unterforderung im Job angenommen und beschreiben in ihrem Buch 'Diagnose Boreout' warum Unterforderung im Job krank machen kann und das in Zeiten, wo das Phänomen Burnout endlich ich die Köpfe der arbeitenden Menschen vorgedrungen ist.

Unbefriedigende Folgen

Als Gegenteil zum Burnout ist der Boreout die Konsequenz von Desinteresse, Langeweile, fehlender Herausforderung und Unterforderung im Job. Wer sich einen unterforderten Kollegen nur schwer vorstellen kann, dessen Phantasie wird durch den vielleicht gar nicht so imaginären Kollegen Alex angeregt, dessen Job es ist, Kostenvoranschläge für potenzielle Kunden zu machen. Er ist einer von jenen Mitarbeitern, die man lesend durch den Boreout-Prozess begeleitet.

Die Autoren erklären woran man die Unterforderung, sowohl als Arbeitnehmer als auch Vorgesetzter, erkennen kann, denn gefeit ist keine Branche – auch Ärzte und Landwirte, nicht nur Bürohengste, können betroffen sein und nicht zuletzt ist sogar die HR-Branche keineswegs davor gefeit. Unzufriedene Mitarbeiter, ständige Müdigkeit und Verlust der Lebensfreude – ganz zu schweigen von dem wirtschaftlichen Schaden – können die Folge sein. Das Paradox: ist jemand vom Boreout betroffen, versucht er meist die unbefriedigende Situation auch noch aufrecht zu erhalten.

Wege aus dem Boreout

Die gute Nachricht der Autoren: es gibt Wege aus dem Boreout. Der erste Schritt ist bereits die Diagnose, die Eigenverantwortung weise den Weg. Schließlich arbeitet Mensch ja nicht nur um des Lohnes willen, sondern befindet sich im Idealfall dabei auf Sinnsuche. (mat, derStandard.at, 24.6.2007)

Link: Verlag: Redline Wirtschaft
  • Rothlin, Philippe; Werder, Peter R.
Diagnose Boreout
Warum Unterforderung im Job krank macht
1. Auflage 2007
136 Seiten
Format 14,8 x 21,0 cm
ISBN 978-3-636-01462-7 
Euro 17,90
    foto: buchcover/redline wirtschaft

    Rothlin, Philippe; Werder, Peter R.
    Diagnose Boreout
    Warum Unterforderung im Job krank macht
    1. Auflage 2007
    136 Seiten
    Format 14,8 x 21,0 cm
    ISBN 978-3-636-01462-7
    Euro 17,90

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