Beliebtheit der Hamas nach Kämpfen laut Umfrage erheblich gesunken

28. Juni 2007, 14:59
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75 Prozent der Befagten für Neuwahlen - Israelische Besatzung hinter internem Machtkampf und Armut bei Sorgen der Palästinenser an dritter Stelle

Ramallah/Jerusalem - Die Beliebtheit der radikal-islamischen Hamas-Bewegung ist unter den Palästinensern einer Umfrage zufolge seit den blutigen Kämpfen im Gazas-Sreifen erheblich gesunken. Das Palästinensische Zentrum für Politik und Meinungsforschung in Ramallah teilte am Donnerstag mit, die Fatah-Bewegung von Palästinenser-Präsident Mahmoud Abbas würde gegenwärtig bei Wahlen mit 43 Prozent der Stimmen gegen die Hamas gewinnen, die nur auf 33 Prozent käme. Dies sind vier Prozent weniger als noch vor drei Monaten. Vor eineinhalb Jahren hatte die Hamas bei den Parlamentswahlen haushoch gegen die Fatah gesiegt.

75 Prozent der Befragten sprachen sich für neue Präsidenten- und Parlamentswahlen aus. Gleichzeitig gaben 56 Prozent an, sie unterstützten die von Abbas eingesetzte Notstandsregierung unter Premier Salam Fayyad. 59 Prozent meinten, Fatah und Hamas seien beide für die inner-palästinensischen Kämpfe verantwortlich.

Umfrage im Westjordanland und Gaza-Streifen

Für die Untersuchung befragte das Institut nach eigenen Angaben 1.270 Palästinenser im Westjordanland und dem Gaza-Streifen, Die Fehlerquote wurde mit drei Prozentpunkten angegeben. Getrennte Ergebnisse für die beiden Palästinenser-Gebiete lagen nicht vor.

90 Prozent der Palästinenser halten die Lage im Westjordanland und Gaza-Streifen laut der Umfrage für "sehr schlecht". Die israelische Besatzung stand erst an dritter Stelle der nationalen Sorgen, nach den inner-palästinensischen Kämpfen und der Gesetzlosigkeit sowie der Armut. 70 Prozent der Befragten hielten die Bildung eines unabhängigen Palästinenser-Staates gegenwärtig für unmöglich oder unwahrscheinlich.

Umfrage: Weniger als die Hälfte der Israelis für Abbas-Unterstützung

Die von der israelischen Regierung angekündigte Unterstützung für den palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas und dessen Notstandskabinett im Westjordanland stößt in der israelischen Bevölkerung indessen nicht auf ungeteilte Zustimmung. Nach dem am Montag in Jerusalem veröffentlichten Ergebnis einer Meinungsumfrage antworteten nur 47 Prozent der Befragten mit Ja auf die Frage: "Soll Israel Mahmoud Abbas in Judäa und Samaria helfen?". 38 Prozent antworteten mit Nein, der Rest äußerte keine Meinung.

Für einen israelischen Militärschlag gegen den von der Hamas beherrschten Gaza-Streifen sprachen sich 43 Prozent der Befragten aus, während 42 Prozent sich dazu ablehnend äußerten. (APA/dpa)

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