Heftige Auseinandersetzung zwischen nic.at und Spamhouse.org

27. Juni 2007, 14:47
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E-Mail-Server der Doamin-Registratur landeten auf Spamblock-Liste - Nic.at spricht von "Erpressungsversuch" - Spamhouse relativiert

Zwischen der heimischen Domainregistrierungsstelle nic.at und Spamjäger Spamhouse.org ist es zu einer handfesten Auseinandersetzung gekommen.

Bestimmte Domains sollen gelöscht werden

Wie Spamhouse mitteilte, ist nic.at auf der Spamblock-Liste (SBL) gelandet. Mit dieser Maßnahme wollen die Spamjäger erreichen, dass die Domainregistrierungsstelle bestimmte .at-Domains löscht. Obwohl über die Netze von nic.at keine Spam-Nachrichten verschickt worden sind, ist die IP-Range der E-Mail-Server auf der Spamblock-Liste (SBL) gelandet. Allerdings sollen unter den inkriminierten Domains Subdomains eingerichtet worden sein, die unter Phishing-Verdacht stehen.

Mittlerweile relativiert

Spamhaus.org hat mittlerweile den Eintrag der österreichischen Domainregistrierungsstelle nic.at auf der Spamblock-Liste (SBL) geändert. Es ist nun sehr wohl wieder möglich, dass nic.at wieder E-Mails über Server mit den betroffenen IP-Adressen versenden kann, ohne dass die E-Mails bei den meisten Empfängern als Spam gefiltert werden.

Erklärung

In einer Aussendung erklärte die nic: "Seit 12. Juni 2007 sind die nic.at Mailserver auf der viel genutzten Spam-Blacklist von Spamhaus.org gelistet. Das hat zur Folge, dass E-Mails von nic.at mit einer hohen Wahrscheinlichkeit nicht korrekt beim Empfänger ankommen und entweder im Spamordner des Empfängers landen, nicht zustellbar sind oder einfach verschwinden."

Funktionsweise

Das System von Spamhaus funktioniert so, dass IP-Adressen der Absender von Spam- beziehungsweise Phishingmails (nicht angeforderten Massen-E-Mails oder Aufforderungen zur Übermittlung von vertraulichen Daten wie TAN, Kreditkartennummern, persönliche Information oder ähnliches über eine gefälschte Website) gemeldet und in der Liste notiert werden. "Viele Provider, wie etwa T-Online, AOL, AON bedienen sich dieser Liste und filtern die darin enthaltenen Absender aus. Die betroffenen Mails werden einfach abgewiesen und mit einem kurzen Vermerk wieder an den Absender zurückgeleitet oder kommentarlos gelöscht", so nic.at.

"Willkürliche Aufnahme"

In der Aussendung meldet nic.at weiter: "Die Verantwortlichen bei Spamhaus haben nun die IP Adresse der österreichischen Domain Registrierungs- und Verwaltungsstelle nic.at auf die Blacklist gesetzt, nur: nic.at versendet weder Massen-E-Mails noch Phishingmails bzw. Phishing-Websiten. Durch die Aufnahme in die Spamhaus Blacklist entsteht nic.at gewaltiger wirtschaftlicher Schaden, da die vielen Mailserver in Europa auf diese Blacklist zugreifen und unkommentiert E-Mails von den eingetragenen IP-Adressen verhindern. Deshalb wurde Spamhaus.org zu einer Entfernung des Eintrags aus der Spam-Blacklist aufgefordert, kam dieser Forderung allerdings bislang nicht nach. Und das schlimme ist: Die willkürliche Aufnahme von IP-Adressen in die Blacklist kann jedes Unternehmen treffen, in Österreich oder sonst irgendwo auf der Welt."

Schikane als unrechtmäßiges Druckmittel

In E-Mails von Spamhaus wurde nic.at aufgefordert .at-Domains, die unter dem Verdacht stehen für Phishing-Zwecke missbraucht zu werden, zu löschen. Damit soll die Erreichbarkeit dieser Domains verhindert werden. "nic.ats Position in Bezug auf Phishing-Domains ist, dass nic.at diese Aktivitäten nicht unterstützt, allerdings durch die spezielle rechtliche Position in der Handlungsfreiheit stark eingeschränkt ist. nic.at hat einen Vertrag mit jedem Domaininhaber, wobei Gegenstand des Vertrags nur die Domain selber ist. Sämtliche weiterführenden Dienste wie URLs (www.beispiel.at) oder E-Mail-Adressen sind nicht Gegenstand dieses Vertrags. Da in den Phishing-Fällen die Domainnamen selbst keine Rechtsverletzungen darstellen, und nic.at auch nicht in der rechtlichen Position ist, zu beurteilen, ob eine Domain für Phishing-Zwecke missbraucht wird, kann nic.at Forderungen zur Löschung von Domains nicht nachkommen."

Rechtsbruch und

"Spamhaus, deren Firmensitz in Großbritannien liegt, forderte nic.at mehrmals zur Löschung von Phishing-Domains auf.red)

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