Kärntens "SPÖ-Rebell" Seifried im Kreuzfeuer roter Angriffe

20. Juni 2007, 16:41
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Nach Kritik an eigener Partei und Lob für Haider Gegenattacken auf Wolfsberger Bürgermeister

Klagenfurt - Der seit Jahren als innerparteilicher Kritiker auftretende Wolfsberger SPÖ-Bürgermeister Gerhard Seifried hat mit seinen jüngsten negativen Äußerungen über die eigene Partei und dem Lob für Jörg Haiders Hypo-Deal heftige Reaktionen bei der Kärntner SPÖ ausgelöst. Die Landesräte Reinhart Rohr und Wolfgang Schantl (beide SPÖ) verurteilten am Dienstag das Agieren ihres Parteifreundes und die im Eigentum der Kärntner SPÖ stehende "Kärntner Tageszeitung" widmete der Sache breiten Raum.

"Passt nicht zu einem Sozialdemokraten"

"Es ist befremdend, dass sich Seifried zum wiederholten Male auf Kosten der Partei zu Wort meldet, nur um auf sich aufmerksam zu machen. Das passt nicht zu einem Sozialdemokraten", wird der stellvertretende Landesparteichef Rohr in der "KTZ" zitiert. Er bescheinigt Seifried, "noch nie durch konstruktive Beiträge aufgefallen" zu sein. Der Verkauf von Landesanteilen an der Hypo Group Alpe Adria sei ungeeignet, "sich an der Partei zu reiben", Schantl riet dem Wolfsberger Bürgermeister, "sich parteiintern zu artikulieren und nicht über die Medien".

"Im Osten nichts Neues"

Der Chefredakteur der "Kärntner Tageszeitung", Ralf Mosser, erinnerte in einem Kommentar daran, dass Seifried schon im Landtagswahlkampf 1999 - gemeinsam mit den Bürgermeistern von St. Veit/Glan und Spittal/Drau, Gerhard Mock und Gerhard Köfer - als Kritiker des damaligen SPÖ-Chefs Michael Ausserwinkler in Erscheinung getreten sei, die FPÖ unter Haider habe dann 42 Prozent der Stimmen erzielt. Im Jahre 2004 habe der Wolfsberger in der heißen Phase des Wahlkampfes mit Haider eine Plattform gegründet und sich "mediengerecht mit dem politischen Gegner abbilden" lassen. Dessen FPÖ sei mit wieder rund 42 Prozent stärkste Partei geblieben.

Jetzt würde "das Spiel von Neuem beginnen". Mosser: "Dass man aus Schaden klug wird, kann man von einigen in der SPÖ nicht behaupten - vor allem in Wolfsberg. Dort gilt eher: Im Osten nichts Neues."

Seifried hatte in einem Interview mit der "Kärntner Woche" nicht nur Haiders Hypo-Deal gelobt, sondern auch die eigene Partei generell kritisiert. Vor allem der Ausspruch "Haider ist der Herr im Ring und bestimmt das Geschehen" dürfte manchen SPÖ-Funktionären sauer aufgestoßen sein. (APA)

  • Wiederholungstäter: Seifried erntet für sein Lob an Haider Kritik aus eigenen Reihen
    foto: gert eggenberger

    Wiederholungstäter: Seifried erntet für sein Lob an Haider Kritik aus eigenen Reihen

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