Nahrungsmittelallergie

27. Februar 2008, 12:52
posten

Über die Entstehung und Diagnosemöglichkeiten von Lebensmittelallergien, mit einer Liste der allergieauslösenden Lebensmittel

Allergische Reaktion

Unser Immunsystem kann zwischen körpereigenen und körperfremden Substanzen unterscheiden und unterteilt diese noch einmal in schädliche und unschädliche. Dadurch schützt uns unser Körper vor Krankheitserregern, Viren und Bakterien.

Überreaktion auf Eiweißbestandteile

Eine Lebensmittelallergie entsteht durch eine Überreaktion des Immunsystems auf Eiweißbestandteile in Lebensmitteln. Durch diese Warnsignale des Immunsystems an den Körper werden Antikörper gebildet; so genannte Immunglobuline. Diese gehören zum Typ E und werden daher als IgE (Immunglobuline E) bezeichnet.

Bildung der Antikörper

Durch die Bildung dieser Antikörper wird das Immunsystem sensibilisiert. Bei erneutem Verzehr des allergieauslösenden Lebensmittels ("Antigen") bekämpft der Körper das aufgenommene Antigen mit den zuvor gebildeten Antikörpern. Dies führt zu einer Freisetzung von Stoffen, welche für die Allergiesymptome in unserem Körper verantwortlich sind.

Abwehrstoffe - Histamin

Der Körper bildet Abwehrstoffe dagegen, bindet diese an bestimmte Zellen und dadurch werden Gewebshormone wie beispielsweise Histamin freigesetzt. Histamin ist für viele Allergiesymptome im Körper verantwortlich wie beispielsweise Hautrötung, Luftröhrenverengung und Schwellung. Dadurch kommt es an den Schleimhäuten zu heftigen allergischen Reaktionen (laufende Nase, tränende Augen, Juckreiz, Asthmaanfall).

Zeitraum

Zwischen der Sensibilisierung des Immunsystems und dem Auftreten der ersten Symptome können mehrere Jahre vergehen. Zusammenfassend wird eine Nahrungsmittelallergie durch Antikörperbildung, Sensibilisierung und darauf folgende Symptomatik hervorgerufen.

In den meisten Fällen ist die Ursache der Beschwerden jedoch keine immunologisch bedingte Nahrungsmittelallergie, sondern eine Nahrungsmittelunverträglichkeit.

Diagnosemethoden

Blutuntersuchung (In-vitro-Diagnostik)
Der Gesamt-IgE Wert im Blut wird bestimmt; er soll Hinweise auf Allergene geben, bei denen eine hohe Sensibilisierung vorliegen kann. Zu den meist angewandten Verfahren zählen der RAST und der ImmunoCAP Test. Bei niedrigen RAST-Klassen im Bluttest kann der Betroffene das Lebensmittel beschwerdefrei genießen.

Hauttest
Dazu zählen der Prick Test und der Prick-zu-Prick Test. Der Prick-Test gibt Auskunft darüber in welchen Lebensmittel-gruppen mit Sensibilisierungen zu rechnen ist. Es werden Allergenextrakte auf die Haut aufgetragen und durch anschließendes einritzen (=pricken) dieser können die Allergentropfen in die obersten Hautschichten einziehen und eine allergische Reaktion (Rötung) auslösen.

Es wird auch eine Negativ-Kontrolle mit Kochsalz und eine Positiv-Kontrolle mit Histamin durchgeführt. Nach Eingrenzung der möglichen sensibilisierten Lebensmittelgruppen wird der Prick-zu-Prick Test durchgeführt. Hierbei werden einzelne Lebensmittel in nativer Form auf die Haut aufgetragen und geprickt.

Lebensmittelzutaten mit allergieauslösendem Potenzial

Glutenhaltiges Getreide sowie daraus hergestellte Erzeugnisse
Krebstiere und Krebstiererzeugnisse
Eier und Eiererzeugnisse
Fische und Fischerzeugnisse
Erdnüsse und Erdnusserzeugnisse
Soja und Sojaerzeugnisse
Milch und Milcherzeugnisse (einschließlich Laktose)
Schalenfrüchte sowie daraus hergestellte Erzeugnisse
Sellerie und Sellerieerzeugnisse
Senf und Senferzeugnisse
Sesamsamen und Sesamsamenerzeugnisse
Schwefeldioxid und Sulfite in einer Konzentration von mehr als 10mg/kg oder 10mg/l, als SO2 angegeben

Allergierisiko eines Neugeborenen

Kein Elternteil allergisch 15 Prozent
Ein Geschwister allergisch 25 - 35 Prozent
Ein Elternteil allergisch 20 - 40 Prozent

Beide Eltern allergisch 50 - 60 Prozent
Beide Eltern mit gleicher Allergie 60 - 80 Prozent

Siehe
Interview - Wie unverträglich kann Essen sein?

Share if you care.