Schwechater Hopfenblüte

8. Juni 2007, 15:21
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Brauerei: BrauUnion Österreich - Brauerei Schwechat
Braumeister: Andreas Urban
Typ: Helles Lager
Alkohol: 3,8 % ABV

Biere, die nach viel schmecken, haben üblicherweise einen Nachteil: Sie haben auch einen hohen Alkoholgehalt. Alkohol und Restextrakt sind potente Geschmacksträger - und wenn sie sehr präsent sind (wie in den an dieser Stelle schon besprochenen Maiböcken), dann ist der Genuss besonders hoch. Und die Alkoholisierung nicht weit. Wahre Braukunst besteht aber nicht zuletzt darin, dass der Braumeister aus wenig Malz viel Geschmack herausholt. Daran sind schon viele gescheitert. Leichtes Bier wirkt oftmals wässrig.

Dieses jedenfalls nicht. Die Schwechater Hopfenblüte, die die BrauUnion auf dem Falstaff Festival der Bierkultur an diesem Mittwoch vorgestellt hat, ist nicht einfach eine leichtere Version der bekannten Schwechater Hopfenperle. Vielmehr ist es ein helles, kräftig aromatisch gehopftes Bier mit vollem Körper. Wobei der Trick offenbar darin besteht, durch Hopfenaroma und eine durchaus kräftige Bittere (28 Bittereinheiten bei einem so leichten Bier sind äußerst ungewöhnlich) die Vollmundigkeit zu unterstützen. Dass auch der Hopfen zur Vollmundigkeit beiträgt, hat der legendäre Weihenstephaner Professor Ludwig Narziss in seinen Vorlesungen und Fachvorträgen immer wieder betont - es ist aber von vielen Brauern einfach nicht gehört worden. Ihre Biere sind immer fader geworden.

Der Schwechater Hopfenblüte kann man das nicht nachsagen. Einziger Wermutstropfen in der Hopfenbittere: Die Hopfenblüte kann man ausschließlich im Brauhaus Schwechat - dem Brauereiausschank der gleichnamigen Brauerei - verkosten. (cs)

  • Braumeister Andreas Urban beim Zapfen.
    foto: conrad seidl

    Braumeister Andreas Urban beim Zapfen.

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