Lieben als Existenzfrage

9. Juni 2007, 10:00
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Im indischen Film "Sancharram" trifft die Liebe zweier junger Frauen auf traditionelle Rollenvorstellungen

Regisseurin und Drehbuchautorin Ligy J. Pullappally, ausgezeichnet mit dem National Sunshine Peace Award für ihren Einsatz für die Belange von Frauen, gab für ihren ersten, langen Spielfilm ihre Anwaltskanzlei in Chicago auf. Entsprechend ihrem Engagement erzählt "Sancharram" (Die Reise) in prächtigen Bildern die Geschichte zweier Mädchen in Indien. Inmitten idyllischer Landschaften im Süden Indiens wachsen Kiran und Delilah, engste Freundinnen seit ihrer Kindheit, gemeinsam heran. Beide Mädchen erhalten von ihren Familien viel Freiraum in ihrer Entwicklung.

Eine Zäsur in der heilen Welt tritt ein, als Kiran ihr körperliches Begehren für Delilah entdeckt. Anfangs noch für sich bewahrt, jedoch in der Poesie ausgedrückt, offenbart sie ihrer Freundin ihre Liebe - welche ihre Gefühle schlussendlich erwidert. So verändert sich die gemeinsame Reise und die zwei Freundinnen beschreiten einen heimlichen Pfad mit unklarem Ziel. Denn als die Familie eines jungen Mannes auf Brautschau geht und die Häuser mit jungen, unverheirateten Frauen besucht, findet er Gefallen an Delilah. Am Weg zum Erwachsenwerden treffen die jungen Frauen nun auf traditionelle Vorstellungen, wonach junge Menschen schon mal verheiratet werden, Handlungen der Kinder dem Ansehen der Eltern schaden können und eine Frau ohne Mann doch nicht überleben kann. (dy)

Sancharram (The Journey)
Ligy J. Pullappally, Indien 2004, 35mm, Farbe, 107 min, OmeU

Chicago Award for Best Film – 40th Chicago International Film Festival.
India's Best Debut Director – Lankesh Award 2005, Bangalore, India.
Special Mention – John Abraham Award, Kerala, India 2005.
Jury Prize – Kerala State Film Awards 2005.

Dienstag, 12.6., 20 Uhr, Filmcasino
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