Brier startet nicht wunschgemäß

25. Juni 2007, 15:32
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Der Titelverteidiger spielte eine mittel­prächtige Runde zum Auftakt der BA-CA Golfopen, blieb eins unter Par. Eine Top-Runde gelang hingegen dem Engländer Storm

Oberwaltersdorf - Nicht wie erhofft ist Titelverteidiger Markus Brier in die mit 1,3 Mio. Euro dotierten Austrian-Golf-Open gestartet. Der 38-jährige Wiener spielte am Fronleichnamstag auf dem Par-71-Kurs im Fontana GC nur eine 70er-Auftaktrunde und hat im Kampf um den neuerlichen Sieg bereits deutlichen Rückstand. Erster Führender am Nachmittag war der englische Außenseiter Graeme Storm, der mit einer 63 (-8) an die Spitze stürmte, noch ehe Asse wie Colin Montgomerie abgeschlagen hatten.

Tausende Zuschauer waren trotz der frühen Startzeit von Brier (7:55 Uhr) schon zur Frühstückszeit nach Oberwaltersdorf gekommen, um den selbstbewussten Vorjahressieger, der in den vergangenen Monaten auf der European Tour einen sensationellen Erfolgslauf hingelegt hat, zu sehen. Der Österreicher, der zusammen mit den Ryder-Cup-Stars Darren Clarke und Lee Westwood von Loch zehn abschlug, startete prompt mit drei Birdies auf den ersten neun Löchern.

Doch dann bekam der Lokalmatador trotz Heimvorteils Probleme mit den schneller werdenden Grüns, verlor den Rhythmus und beging den Kardinalfehler, bisweilen zu heftig zu attackieren. Prompt fiel er mit drei Bogeys auf Par zurück. "Ich habe bei drei unter einige Chancen ausgelassen, das hat meine Runde ins Stocken gebracht", berichtete Brier.

Der Österreicher blieb aber cool, auch als er am abschließenden Par vier den Ball mit dem zweiten Schlag in die Zuschauer geschossen hatte. "Jemand getroffen, alle am Leben?" fragte er launig, chippte aus tiefem Gras perfekt zur Fahne und puttete sich mit einem abschließenden Birdie zurück in die roten Zahlen.

"Heute ist einiges schief gelaufen. Ich habe noch deutlich bessere Runden drin", machte sich Brier zumindest bezüglich Cut keine Sorgen. Punkto Titelverteidigung bedeutete die mäßige Auftaktrunde aber doch einen Rückschlag für den als Favoriten angetretenen Wiener. "Sieben Schläge Rückstand ist nicht lustig. Wenn ich die am Sonntag auch noch habe, wird es schwierig. Da wartet jetzt also noch ein hartes Stück Arbeit auf mich", gab sich Brier aber unverdrossen.

Unterschiedlich schlugen sich Briers prominente Flight-Partner. Während Clarke eine schwache 73 ausfasste, gelang Fontana-Neuling Westwood eine bemerkenswerte 66er-Runde. Und das, obwohl sich der Brite mehrmals heftig über störende Fotografen beschwerte. "Selten ist man über eine 66 enttäuscht. Am Ende war das mit den Kameras schon fast lächerlich. Auch Markus war irritiert und hat, so wie ich, einige dumme Schläge verloren", monierte der Engländer. Brier beschwichtigte aber: "Halb so schlimm. Ab und zu muss man halt was sagen oder böse schauen."

Briers Rolle nahm am Donnerstag der stark spielte Neo-Profi Bernd Wiesberger ein. Der 21-jährige Burgenländer, vor drei Jahren bei den Open als 17-jähriger Amateur bereits einmal sensationell Vierter, rangierte nach einer 68er-Runde mit drei unter Par zunächst im vorderen Drittel des Feldes.

"Vom Tee schlecht gespielt, aber viele gute Rettungsaktionen. Die Runde war unter dem Strich wirklich okay", freute sich der Jungprofi aus Oberwart, der dank einer Wild Card dabei ist. Seit Ende 2006 ist Wiesberger Profi. Seit heuer wie Brier Mitglied im Fontana GC, wo er ebenfalls auf Claude Grenier als Trainer zurückgreifen kann. "Ich habe gute Erinnerungen an Fontana. Der Cut ist das Minimalziel, sollte bei drei unter aber kein Problem sein", sagte der 1,88 m große Longhitter. (Benno Zelsacher, DER STANDARD, Printausgabe, Freitag, 8. Juni 2007)

BA-CA-Austrian-Golf-Open 2007 im Fontana GC (European Tour/1,3 Mio. Euro/Par 71) - Stand nach der 1. Runde:

1. Graeme Storm (GBR) 63 Schläge - 2. Martin Erlandsson (SWE) 64 - 3. Tom Whitehouse (GBR), Shaun P. Webster (GBR), Patrik Sjöland (SWE) alle je 65 - 6. Richard Finch (GBR), Daniel Denison (GBR), Lee Westwood (GBR), Richard Green (AUS), Gary Lockerbie (GBR), Francois Calmels (FRA), Richard McEevoy (GBR) alle je 66.
Weiter: 18. Bernd Wiesberger (AUT), Miguel Angel Jimenez (ESP) je 68 - 32. Carlos Franco (PAR) 69 - 44. Markus Brier (AUT) 70 - 66. Thomas Kogler (AUT), Uli Weinhandl (AUT), Costantino Rocca (ITA) je 71 - 84. Wolfgang Rieder (AUT/Am), Hans Peter Bacher (AUT/Am) je 72 - 101. Thomas Feyrsinger (AUT), Colin Montgomerie (GBR), Darren Clarke (GBR) je 73 - 117. Claude Grenier (AUT), Florian Prägant (AUT), Niki Zitny (AUT) je 74 - 130. Jürgen Maurer (AUT), Kajtean Kromer (AUT/Am), Paul Broadhurst (GBR) je 75 - 142. Michael A. Moser (AUT) 76 - 148. Thomas Ortner (AUT/Am) 77 - 154. Andreas Christ (AUT/Am) 79

  • Markus Brier wirkte etwas übermotiviert.

    Markus Brier wirkte etwas übermotiviert.

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    Lee Westwood beim Put. Der Engländer schaffte eine gute Runde mit fünf unter Par, aber er fühlte sich vom Klicken und Blitzen der Kameras belästigt.

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