Mondi plant den Spagat Südafrika–Österreich

22. Juni 2007, 12:19
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Die Gruppe spaltet sich von Anglo American ab und geht am 3. Juli an die Börsen von London und Johannesburg

Die operative Führung bleibt in Österreich, sagt CEO David Hathurn dem STANDARD.

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Wien/Johannesburg – Die Abspaltung der _Mondi-Gruppe vom südafrikanisch-britischen Bergwerkskonzern Anglo American am 3. Juli wird keine Auswirkungen auf den Standort Österreich haben, von wo die Unternehmensbereiche Papier und Verpackung bisher gemanagt wurden. Das versichert Mondi-Vorstandschef David Hathurn im STANDARD-Gespräch am Freitag. "Unser Erfolg in Europa hängt zum Großteil vom Management in Österreich ab, und das soll sich nicht ändern", sagt der Südafrikaner, der die Gruppe von Johannesburg aus leiten wird. "Wir brauchen ebenso die hohe Qualifikation der österreichischen Mitarbeiter." Mondi, zu der die ehemalige Frantschach-Gruppe gehört, ist der größte Produzent von Geschäftspapier in Europa und Südafrika.

Die Mondi-Aktie wird in Johannesburg und London notieren, genauso wie die bisherige Muttergesellschaft Anglo American. Jeder AA-Aktionär erhält für 100 seiner Aktien zehn Mondi-Aktien in Johannesburg, 25 Mondi-Aktien in London und 91 neue Anglo-Aktien. Reuters zitiert einen Analysten, der Mondis Börsenwert auf 5,2 bis 6,7 Mrd. Euro schätzt. Eine Notierung in Wien wäre aus technischen Gründen derzeit nicht möglich und wird auch nicht angedacht, sagt Hathurn.

"Große Chance"

Die Trennung von Anglo sei für Mondi eine große Chance zur Weiterentwicklung des Unternehmens. Man werde zwar nicht mehr so schnell expandieren wie vor einigen Jahren, wolle aber in Russland und Polen weiter wachsen. So will Mondi rund 500 Mio. Euro in ein russisches Papier- und Zellstoffkombinat in der Republik Komi investieren. Russische Partner benötige man keine, sagte Hathorn.

Schlagzeilen hat Mondi zuletzt mit der Papier-Innovation "Neox" gemacht, bei der Nanotechnologie zum Einsatz kommt. Doch 99 Prozent des Umsatzes werde weiterhin mit Massenprodukten erzielt, bei denen Mondi vom Weltmarktpreis abhängt, betont Hathurn. (Eric Frey, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2./3.6.2007)

  • Mondi-Chef David Hathurn sieht die Abspaltung als Chance für weiteres Wachstum.
    foto: mondi

    Mondi-Chef David Hathurn sieht die Abspaltung als Chance für weiteres Wachstum.

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