EU-weiter Organspende-Pass wird überlegt

31. Mai 2007, 18:49
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56.000 Europäer haben vergangenes Jahr vergeblich auf eine Organspende gewartet

Brüssel - Die EU-Kommission will die Zahl der Organspenden erhöhen und prüft dafür die Einführung eines europäischen Spender-Ausweises. Es gebe in der Europäischen Union ein "riesiges Potenzial", sagte Gesundheitskommissar Markos Kyprianou am Mittwoch in Brüssel.

"Der Wunsch, Organe zu spenden, ist zwar hoch, de facto aber wird nicht viel gespendet". Er berief sich auf eine Eurobarometer-Umfrage, wonach 81 Prozent der Europäer für Organspende-Ausweise sind, erst zwölf Prozent aber einen solchen besitzen. Auch er selbst habe keinen Spende-Pass, räumte der Kommissar ein. Grenzüberschreitende Organspenden scheitern bislang an den unterschiedlichen Systemen der Mitgliedstaaten.

56.000 Europäer warten auf Organe

Im vergangenen Jahr hätten 56.000 Europäer vergeblich auf eine Organspende gewartet. Um das Vertrauen der Bürger zu erhöhen, will der Kommissar die EU-Länder auf gemeinsame Mindeststandards bei Organspenden und -transplantationen verpflichten. Eine entsprechende Richtlinie will er im kommenden Jahr auf den Weg bringen.

Organa von Verstorbenen

In Deutschland hatten zuletzt Pläne des Nationalen Ethikrates für Aufregung gesorgt. Danach könnten künftig Organe von Verstorbenen entnommen werden, wenn diese zu Lebzeiten nicht ausdrücklich widersprochen haben und die Angehörigen keine Einwände haben. Auf ein solches Widerspruchsmodell setzen unter anderem Österreich, Italien und Spanien. (APA)

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