Menschliche Antikörper schalten H5N1-Virus bei Mäusen aus

6. Juni 2007, 13:12
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Forscher: Falls Bestätigung in klinischen Versuchen, könnte Einsatz bei weltweiter Epidemie entscheidend sein

Washington/Paris - Menschliche Antikörper können Mäuse gegen die tödliche Vogelgrippe immun machen. Wie es in einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Scheizer Instituts für biomedizinische Forschung heißt, wurden Antikörper von Menschen verwendet, die eine Infektion mit dem gefährlichen H5N1-Virus überlebt haben. Die Antikörper hätten bei den Mäusen "sofort eine kurzzeitige Immunität" erzeugt, sagte Studien-Ko-Autor Antonio Lanzavecchia. "Wir sind überzeugt, dass sich dies beim Menschen wiederholen lässt". Die Forscher hoffen, einen Weg gefunden zu haben, um eine große Vogelgrippe-Epidemie wirksam bekämpfen zu können.

In den Versuchen seien in Testgruppen alle Mäuse ohne Antikörper nach wenigen Tagen gestorben, sagte Lanzavecchia. Dagegen hätten von den 60 Tieren, die Antikörper gegen einen 2004 in Vietnam aufgetretenen H5N1-Stamm in unterschiedlich hohen Dosen erhalten hätten, 58 überlebt. Wenn dies bei klinischen Versuchen bestätigt werde, könne sich der Einsatz von Antikörpern bei einer weltweiten Vogelgrippen-Epidemie als entscheidend erweisen, schrieb Anthony Fauci, Leiter des an der Untersuchung beteiligten US-Instituts für Allergien und ansteckende Krankheiten (NIAID). Möglich sei dabei sowohl die Heilung von bereits Erkrankten als auch die Immunisierung von gesunden Menschen.

Vorteile

Die Studienautoren verwiesen auf die Vorteile des Einsatzes von Antikörpern im Vergleich zu Impfstoffen: Letztere böten zwar einen lang anhaltenden Schutz, benötigten aber Wochen oder Monate, um wirksam zu werden. Der Einsatz bei bereits Erkrankten sei sinnlos. Die Antikörper wirkten dagegen sofort und seien auch relativ einfach industriell herzustellen, sagte Lanzavecchia. Ihr Schutz halte dann nur für mehrere Monate. Dies sei aber genug, um gefährdete Teile der Bevölkerung und behandelndes medizinisches Personal zu schützen. Zur Herstellung eines Medikaments würden trotz eines beschleunigten Zulassungsverfahrens in Europa und den USS allerdings noch drei bis vier Jahre benötigt.

Seit ihrem Auftauchen Ende der 90er Jahre sind laut der Weltgesundheitsorganisaiton (WHO) 185 Menschen an der Vogelgrippe gestorben. Weitere 121 gemeldete H5N1-Infizierte, die sich mutmaßlich bei Vögeln ansteckten, überlebten die Krankheit. Experten fürchten, dass das Virus zu einer Form mutieren könnte, die sich direkt von Mensch zu Mensch überträgt. Dann könnte eine weltweite Epidemie ähnlich der Spanischen Grippe drohen, die 1918-19 weltweit 20 bis 50 Millionen Menschen tötete. (APA)

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    Forscher hoffen, einen Weg gefunden zu haben, um eine große Vogelgrippe-Epidemie wirksam bekämpfen zu können.

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