Blutigste Pfingstverkehr-Bilanz seit zehn Jahren

5. Juni 2007, 20:18
609 Postings

21 Verkehrstote - Fast dreimal so viel Todesopfer wie im Vorjahr - Steiermark hält traurigen Rekord - mit Infografik

Wien - Die Anzahl der Todesopfer im Pfingstverkehr steigt weiter: 21 getötete Verkehrsteilnehmer am vergangenen verlängerten Wochenende und 25 Tote in der vergangenen Woche bis inklusive Montag lautet die aktualisierte Bilanz des Innenministeriums am Dienstagabend. Wie am späten Nachmittag bekannt wurde, erlag gestern, Montag, ein 21-jähriger Autofahrer nach einer Kollision mit einem Baum im niederösterreichischen Bezirk Tulln am Sonntag seinen Verletzungen im Wiener AKH.

In der Pfingstwoche (21. bis 28. Mai) war es damit insgesamt zu 22 tödlichen Verkehrsunfällen mit insgesamt 25 Opfern gekommen. Im Jahr zuvor waren es 13 Unfälle mit 16 Toten gewesen. Zum Pfingstwochenende dieses Jahres (25. bis 28. Mai) waren es 18 tödliche Verkehrsunfälle und 21 Opfer (2006: fünf tödliche Verkehrsunfälle mit sieben Toten).

Mehr Tote

Damit wurden in diesem Jahr wesentlich mehr Opfer registriert als in den vergangenen Jahren. Im Jahr 2005 sind am Pfingstwochenende von Freitag 0.00 Uhr bis Montag 24.00 Uhr neun Verkehrsteilnehmer ums Leben gekommen. Im Jahr 2004 wurden 16 und im Jahr 2003 sechs Menschen tödlich verletzt. 1996 wurde mit nur fünf Verkehrstoten das günstigste Ergebnis seit Einführung der Statistik im Bundesministerium für Inneres (1967) verzeichnet.

Der letzte Unfall des Wochenendes wurde Montagabend aus Oberösterreich gemeldet: Ein 19-jähriger Vertragsbediensteter fuhr im Bezirk Grieskirchen mit dem Wagen seines Vaters auf der L1205 aus Richtung Kimpling kommend in Richtung Wendling. Dabei kam er laut Polizei rechts von der Fahrbahn ab und stieß mit der Fahrerseite des Pkws gegen einen Brückenkopf. Der Lenker erlitt schwere Verletzungen, denen er um 18.06 Uhr im Krankenhaus Grieskirchen erlag.

Mopedlenker von Pkw erfasst

Zuvor war im niederösterreichischen Bezirk Scheibbs ein Moped von einem Pkw erfasst worden, wobei der 17-jährige Lenker des Zweirads ums Leben kam. Ebenfalls Montagabend war in der Steiermark ein Lenker auf der Pyhrnautobahn (A9) gegen das Südportal des Selzthaltunnels (Bezirk Liezen) geprallt. Der Lenker des Kleinbusses war auf der Stelle tot. Die A9 war wegen des Unfalls zwischen Rottenmann und Selzthal nur einspurig befahrbar.

Überhöhte Geschwindigkeit war in der Nacht auf Montag der Auslöser für den dritten tödlichen Unfall in Kärnten am vergangenen Wochenende. Zwei junge Männer gerieten auf der Heimfahrt von einem Disco-Besuch mit ihrem Pkw in Wölfnitz bei Klagenfurt auf der Turracher Bundesstraße (B95) ins Schleudern, worauf der Wagen gegen eine Baumgruppe stieß und in zwei Teile gerissen wurde.

Ein 19-Jähriger, der vermutlich am Steuer gesessen war, erlag im Laufe des Montags im LKH Klagenfurt seinen schweren Verletzungen. Sein 20-jähriger Mitfahrer wurde mit schweren Verletzungen dorthin eingeliefert. Laut Polizei war der Pkw mit rund 145 km/h unterwegs gewesen, die erlaubte Höchstgeschwindigkeit im Unfallbereich liegt bei 80 Stundenkilometern.

Parallelen

Bei den zahlreichen tödlichen Unfällen in der Steiermark gab es einige Parallelen. Fast all diese Unglücke passierten auf Grund überhöhter Geschwindigkeit, nur in zwei Fällen kam es zu einem Zusammenstoß mit einem entgegenkommenden Fahrzeug. Die Toten kamen alle aus der Steiermark, die meisten Unfälle passierten im Nahverkehr und in den Heimatgemeinden der Opfer. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
  • Artikelbild
Share if you care.