Hahn: Tests in beschränkten Fächern am Studienbeginn

30. Juli 2007, 11:17
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"Nicht erst, nachdem zwei bis drei Semester studiert und dann vielleicht verplempert wurden"

Wien - Auch in Zukunft muss grundsätzlich der offene Uni-Zugang in Österreich sichergestellt werden, betonte Wissenschaftsminister Johannes Hahn im Rahmen der "Domgespräche" zum Thema "Freier Uni-Zugang: ja oder nein?" am Dienstagabend in Wien. Wenn Beschränkungen nicht zu vermeiden seien, etwa in überlaufenen "Massenstudienfächern", sprach er sich für Tests gleich zu Beginn des Studiums aus.

Am Anfang testen

"Wenn es schon Tests braucht, dann bereits gleich zu Beginn des Studiums - und nicht erst, nachdem zwei bis drei Semester studiert und dann vielleicht verplempert wurden", so der Minister. Die medizinischen Eignungstests hätten sich bewährt, "es ist damit möglich, die Spreu vom Weizen zu trennen." Das zeigten die bereits niedrigeren Drop-out-Raten beim Medizinstudium als Folge der Einführung des Eignungstest für das Medizinstudium (EMS). Numerus clausus und Studieneingangsphasen mit Prüfungen erteilte der Minister eine Absage.

Liberalster Hochschulzugang

"Österreich zählt neben Belgien zu den Ländern, die den liberalsten Hochschulzugang haben", so Hahn. Auch im Zuge der Umsetzung des Bologna-Prozesses mit der Angleichung der Studiensysteme in Europa soll das so bleiben. "Der Zugang zum Bakkalaureat sollte grundsätzlich frei sein", meinte Hahn. Master-Studiengänge könnten bei Bedarf hier und da Zugangsbeschränkungen haben. "Bei den PhD-Programmen stellt sich die Frage nicht, hier sehe ich kein Mengenproblem."

Breites Angebot

Weiters verwies der Wissenschaftsminister auf die Bedeutung, die Breite bei den Studienfächern sicherzustellen. Allerdings müsse auch hinterfragt werden: "Was brauchen wir? Was können wir uns bei der Größe des Landes leisten?" Es sei wohl nicht notwendig, dass man an vier bis fünf Unis in Österreich zum Beispiel Geologie oder Meteorologie studieren könnte - zwei bis drei Orte würden wohl reichen, "ein Ort wäre zu wenig, da es den Wettbewerb geben muss". (APA)

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