Eine Billion US-Dollar für Waffen

1. Juni 2007, 14:10
59 Postings

Deutsches Institut: 46 Prozent der weltweiten Rüstungsausgaben entfallen auf die USA

Bonn - Einen alarmierenden Trend zur globalen Aufrüstung hat das Internationale Konversionszentrum Bonn (BICC) ausgemacht. Die weltweiten Rüstungsausgaben hätten im Jahr 2005 erstmals über der Grenze von einer Billion US-Dollar gelegen, erklärte die Organisation am Dienstag bei der Vorstellung ihres Jahresberichts. Insgesamt betrugen die Ausgaben demnach 1.030 Milliarden US-Dollar, was rund 2,5 Prozent des globalen Bruttoinlandsproduktes entsprochen habe.

Von 2001 bis 2005 seien die globalen Militärausgaben um 25 Prozent gewachsen, erklärte das BICC. Auch pro Kopf stiegen die Ausgaben demnach von 135 US-Dollar im Jahr 2001 auf 173 Dollar im Jahr 2005. BICC-Direktor Peter Croll sagte, die höheren Verteidigungsausgaben seien in erster Linie auf den wegen des Irak-Kriegs gewachsenen US-Verteidigungshaushalt zurückzuführen, aber auch auf Russland, Indien und China.

Die Rüstungsausgaben der USA machten der Organisation zufolge 2005 mit 478 Milliarden US-Dollar 46 Prozent der weltweiten Rüstungsausgaben aus. Die chinesischen Militärausgaben lagen demnach bei geschätzten 41 Milliarden Dollar, die russischen bei geschätzten 21 Milliarden und die Rüstungsausgaben in Indien bei 20,4 Milliarden. Die Personalstärke bei Militär und paramilitärischen Einheiten wuchs nach den Informationen des BICC weltweit von 26,8 Millionen im Jahr 2004 auf 31 Millionen im Jahr 2005.

Das BICC ist eine gemeinnützige Organisation, die sich nach eigenem Bekunden um Frieden und Entwicklung bemüht. Es will militärspezifische Prozesse, Aktivitäten, Liegenschaften und Strukturen wirksam umwandeln. Gegründet wurde das BICC 1994 mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen. Gesellschafter sind die Länder Nordrhein-Westfalen und Brandenburg, die NRW-Bank sowie die Landesentwicklungsgesellschaft NRW. (APA/AP)

Share if you care.